Willi Resetarits

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Nachtbilder

Willi Resetarits liest aus "Da Jesus und seine Hawara"

Willi Resetarits liebte Sprachen, Sprechen und Erzählen. Für ihn waren es Mittel der Beziehung und Verständigung zwischen Menschen.

Am 21. Dezember wäre er 75 geworden. In den Nachtbildern liest der im April des Vorjahres verunglückte Sänger und Musiker Willi Resetarits aus Wolfgang Teuschls Übersetzung des Neuen Testaments ins Wienerische. "Da Jesus und seine Hawara" war bei seinem Erscheinen 1971 für viele ein Skandal. Gegner des Buchs argumentierten, eine Übertragung der Heiligen Schrift in Mundart sei unangebracht, Wolfgang Teuschl argumentierte, Jesus selbst hätte Dialekt gesprochen. Als katholisch sozialisiertes Kind mit reichhaltiger Ministranten-Erfahrung waren Resetarits die im Neuen Testament erzählten Geschichten Zeit Lebens vertraut. Wolfgang Teuschls Übersetzung oder Nachdichtung des Neuen Testaments bildeten auch ein Modell dessen, was später den "Ostbahn-Kurti" ausmachte: Die Nach- und Neudichtungen amerikanischer Pop- und Rocktexte durch Günter Brödl und deren Interpretation durch den Musiker und Sprachmenschen Willi Resetarits.

"Da Jesus und seine Hawara" ist im Herbst in einer Neuauflage inklusive Hörbuch im Residenz-Verlag erschienen.

Service

Wolfgang Teuschl, "Da Jesus & seine Hawara. Das Neue Testament im Wiener Dialekt", Neuauflage inklusive Hörbuch gelesen von Willi Resetarits, Residenz Verlag 2023

Sendereihe

Übersicht