Menschenbilder

Klaus Detlef Olof, Übersetzer

Das Überleben übersetzen. Der Slawist und Liebhaber südosteuropäischer Literatur Klaus Detlef Olof
(Wiederholung von Sonntag 14.05 Uhr)

Er erlebte, wie sich seine Tätigkeit als Übersetzer praktisch aus dem Nichts von drei Sprachen auf fünf erweiterte - und diese Erweiterung spiegelt auch die Erfahrungen der Literatur mit Gesellschaft und Politik: Nicht nur der Gesamtstaat brach auseinander, auch die Sprachangehörigen suchten eher die Unterschiede als das Gemeinsame. Und so wurde aus dem Übersetzer für Slowenisch und Serbokroatisch einer, der auch mit Kroatisch, Bosnisch, Serbisch und Mazedonisch brillierte.
Klaus Detlef Olof kam 1939 in Sachsen-Anhalt auf die Welt, studierte Slawistik in Hamburg und Sarajevo und lehrte ab 1973 an der Universität Klagenfurt, später auch an den Universitäten Graz und Wien Slawistik. Heute lebt er in Zagreb und Ljubljana und pflegt einen Olivenhain bei Pula. Als Übersetzer der Literaturen Südosteuropas hat er die Krisen und Konflikte und den Krieg am Balkan mit einem besonderen Blick und geschärfter Sensibilität erlebt.
Unter anderem hat Klaus Detlef Olof Werke von France Prešeren, Miroslav Krleža, Miljenko Jergovic, Zoran Feric, Dževad Karahasan und Dragan Velikic übersetzt, für seine Übersetzung des Romans "18 Kilometer bis Ljubljana" von Goran Vojnovic war Olof für den Preis der Leipziger Buchmesse 2024 in der Kategorie Übersetzung nominiert. Dieser Text ist eine besondere Herausforderung, galt es doch den Slang aus Bosnien nach Slowenien geflüchteter Jugendlicher in eine adäquate Form des Deutschen zu übertragen. Dafür muss man als 84-Jähriger verdammt jung geblieben sein.

Sendereihe

Gestaltung

  • Petra Herczeg-Rosenberg