Mascha Kaléko

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Spielräume

Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Aktuelle Vertonungen der Lyrik der Dichterin Mascha Kaléko (1907 - 1975)

Wie erfreulich, dass Mascha Kaléko in ihrem Gedicht "Letztes Lied" recht behalten sollte, in dem sie schreibt: "Ich werde still sein; doch mein Lied geht weiter." Vor über einem Jahr jährte sich ihr Todestag bereits zum 50. Mal. Doch ihre Gedichte scheinen gerade wieder seit einigen Jahren einen Nerv zu treffen und den richtigen Ton.

Lakonisch, schlicht, im Stil der Neuen Sachlichkeit hat sie geschrieben. Eine Sprache, die kein Aufhebens macht, kein Gedöns. Dafür klingen ihre Gedichte, die klar in der Tradition Heinrich Heines stehen, schon wie Lieder, so musikalisch hat die Kaléko gedichtet.

Die deutsche Liedermacherin Dota Kehr hat sich am tiefgründigsten und ausführlichsten mit ihr auseinandergesetzt. Davon zeugen die zwei Doppelalben "Mascha Kaléko" und "In den fernsten Fernen". Für letzteres Programm wird sie heuer mit dem deutschen Weltmusikpreis "Ruth" ausgezeichnet, wie Anfang März bekannt wurde. Kehr gelinge es, so die Jury, Kalékos "ironisch-zärtliche Großstadtlyrik der 1920er-Jahre in eigene, farbige Vertonungen" zu übertragen.

Auch die sizilianische Liedermacherin Etta Scollo hat Kaléko letztes Jahr ein eigenes Album gewidmet: "Nirgendland". 2007 entdeckte sie zufällig in Catania in einer kleinen Buchhandlung Kalékos Texte. Seither widmet sie sich zusammen mit ihrem Trio immer wieder der Interpretation dieser Gedichte, die sie in italienischer und deutscher Sprache singt und dazu Schauspielerinnen einlädt wie Eva Mattes oder Corinna Harfouch.

Ihre Kaléko-Hommage "Nirgendland" präsentiert sie zusammen mit Corinna Harfouch am 21. März im Wiener Akzent Theater. Viele gute Gründe, diese Spielräume der zurecht unvergessenen Dichterin Mascha Kaléko und ihrer zeitlosen Lyrik zu widmen.

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