AP/KRYSTOF KRIZ
Dimensionen
Verschwiegen, verfolgt, vergessen
Homosexuelle Frauen im Österreich der NS-Zeit
20. April 2026, 19:05
In Österreich wurden Homosexuelle seit Mitte des 19. Jahrhunderts strafrechtlich verfolgt. Grundlage dafür bildete der Paragraf 129 StG, der bis Anfang der 1970er Jahre beinahe unverändert galt - auch im Nationalsozialismus. Anders als im "Altreich" waren in der "Ostmark" sexuelle Handlungen nicht nur zwischen Männern, sondern auch zwischen Frauen verboten. In Deutschland hingegen stand lesbische Liebe nicht unter Strafe. Den betroffenen Frauen drohten ein bis fünf Jahre schwerer Kerker, wobei die Höchststrafe aber so gut wie nie verhängt wurde. Manche der Verhafteten kamen in Konzentrationslager, wo sie allerdings keinen rosa Winkel wie homosexuelle Männer trugen. Stattdessen wurden sie mit dem schwarzen Dreieck als "Asoziale" markiert. Die Forschung hat diese verfolgten Frauen lange kaum beachtet. Etwa 20 solcher Schicksale hat nun die Wiener Historikerin Natascha Bobrowsky akribisch recherchiert und in einem Buch versammelt.
