Die Flucht der Bärin

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Radiogeschichten

"Die Flucht der Bärin". Von Joanna Bator (Übersetzung: Lisa Palmes). Es liest Lena Stolze.

Als sie erste Anzeichen von Gedächtnisproblemen bemerkt, beschließt die Erzählerin, eine ältere Dichterin, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Zu gut erinnert sie sich an die Pflege ihres Vaters, ein einst kluger Mann, dem nur "noch ein Reptiliengehirn und die elementaren Körperfunktionen" blieben. Sie fährt nach Bern an die Aare, an den Fluss, an dem sie vor zwanzig Jahren von einem Mann gebeten wurde, bei ihm zu bleiben. Währenddessen wird an der Aare nach einer aus dem Zoo geflüchteten Bärin gesucht. Freiheit ist das, was die beiden verbindet.

Joanna Bator ist eine der wichtigsten polnischen Gegenwartsautorinnen. 2024 wurde sie mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur ausgezeichnet - für ihren Roman "Bitternis". Wie in "Bitternis" schwingen düstere Vergangenheiten auch in ihren 16 Erzählungen des Sammelbandes "Die Flucht der Bärin" mit. Menschen verschwinden, tauchen wieder auf. Sie sind nicht, was sie scheinen. Joanna Bator spielt mit dem Bewussten und dem Unbewussten. Bei ihr bekommt das Unheimliche fast etwas Heimeliges, etwas Vertrautes und mitunter auch etwas Komisches.

Die titelgebende Erzählung "Die Flucht der Bärin" liest Lena Stolze.

Service

Joanna Bator, "Die Flucht der Bärin", übersetzt von Lisa Palmes, Suhrkamp Verlag, 2026

"Die Flucht der Bärin" von Joanna Bator ist übrigens auch das Ö1 Buch des Monats Mai .Ö1 Buch des Monats

Sendereihe

Gestaltung

  • Zita Bereuter

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