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Industriestandort Österreich (3)
Re-Industrialisierung - ein Trend?
29. April 2026, 09:05
Dachte man gemeinhin bis vor kurzem noch, wir würden in einem "post-industriellen Zeitalter" leben, so macht seit Neuestem immer häufiger der Begriff der Re-industrialisierung die Runde.
Made in America - Trumps Re-Industrialisierungsversprechen
US-Präsident Donald Trump hat im Wahlkampf und nach seiner Wiederwahl immer wieder die Rückkehr der Fabriken, eine Renaissance der Industrie und viele Arbeiterjobs versprochen. Doch ein Jahr nach Amtsantritt ist von der Reindustrialisierung nicht viel zu sehen. USA Korrespondent Christoph Kohl berichtet, was hinter der strategischen Kehrtwende steckt, und welche Maßnahmen gesetzt werden einst abgewanderte Industrieproduktionen zurückzuholen sowie neue Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen.
Re-Industrialisierung als Movement
Während diese Reindustrialisierung in den USA unter Trump unter dem Vorzeichen eines ökonomischen Nationalismus erfolgt, bilden sich in Europa eine Reihe von Initiativen, die nicht ideologisch motiviert, sondern von jungen Menschen mit idealistischen Zielen getragen sind. Dazu gehört die Initiative "Looking for Growth" (LFG) in Großbritannien, aber auch ein Österreicher - der aus Wien gebürtige Firmengründer und Investor Andreas Klinger, der mit seinem Investment-Fonds "Protoype" eine Reindustrialisierung Europas mittels umweltverträglicher Spitzen- und Zukunftstechnologien vorantreiben möchte, berichtet Richard Brem.
Steiermark - Green Tech statt Schwerindustrie
Porträt einer "Reindustrialisierung": Bis in die 1970er Jahre war die steirische Braunkohle der Treibstoff der Industrialisierung in Österreich, dann begann der Niedergang. Ab 2005 begann man, sich neu zu orientieren und ein "Green Tech Valley" aufzubauen, eine Schwerpunktregion für grüne Technologien. Heute entwickeln dort im Süden Österreichs rund 300 Green-Tech-Unternehmen gemeinsam mit 2.300 Forschenden gemeinsam grüne Innovationen. Ulla Ebner hat das "Green Tech Valley" besucht, das innerhalb der EU zu den führenden Zentren im Bereich Umwelttechnologien zählt.
Triple Transformation
Gibt es eine europäische Re-Industrialisierungsstrategie?
Wolfgang Ritschl im Gespräch mit Sebastian Schlund, Professor an der TU Wien und Geschäftsführer von Fraunhofer Austria (angefragt)
Industriefrauen - Frauenindustrie
Das Bild der industriellen Arbeitskraft war lange Zeit auch in Europa von Ausbeutung geprägt: Ein sogenanntes "Lumpenproletariat", das 7 Tage die Woche schuftete, zwölf Stunden pro Tag - Männer wie Frauen. Dem stand gegenüber: Der Boss - er war immer ein Mann. Heute wird in der Industrie händeringend nach Fachkräften gesucht. Unterschiedliche Initiativen sollen dafür sorgen, dass mehr junge Frauen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ausgebildet werden, auch, um die Industrie der Zukunft zu gestalten. Céline Béal hat sich umgehört. (Langversion in Ö1 Moment um 15.30 Uhr, 29.4.)
Eine Kooperation von Ö1 Radiokolleg & Ö1 Moment
