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LELÉKA. Ukraine goes Jazz & beyond
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Ein Vinylalbum zum zehnjährigen Jubiläum der ukrainisch-deutschen Band LELÉKA
13. Mai 2026, 17:30
Der Bandname Leléka ist das ukrainische Wort für "Storch" und zugleich der Künstlername der ukrainischen Sängerin Victoria Leleka, die als Wiktorija Kornikowa 2014 mit 24 Jahren nach Deutschland übersiedelte. Nachdem sie in Kiew bereits ihren Bachelor an der Nationalen Theater-, Film- und Fernseh-Hochschule absolviert hatte, studierte sie noch Jazz-Gesang in Berlin und Dresden.
2016 gründete Leleka in Berlin die Ethno-Jazzband LELÉKA mit Robert Wienröder (Klavier, Komposition), Thomas Kolarczyk (Kontrabass, Violone, Komposition) und Jakob Hegner (Schlagzeug, Perkussion). Bald wurde die Band ausgezeichnet wie 2017 mit dem ersten Preis beim Creole Global Music Contest oder 2018 mit dem "Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis" der Internationalen Jazzwoche Burghausen. Ab 2019 wechselte Povel Widestrand als Pianist ins Quartett. 2022 war LELÉKA für den Deutschen Jazzpreis nominiert.
In den letzten zehn Jahren veröffentlichte LELÉKA drei Alben. Das Doppelvinylalbum "10 Years of Music", das am 15. Mai erscheint, ist mehr als eine Retrospektive. "Die Doppel-LP versammelt Stücke aus der frühen Schaffensphase der Band, bislang unveröffentlichte Kompositionen, die parallel zu den drei bisherigen Alben entstanden sind und nun erstmals veröffentlicht werden, sowie ausgewählte Live-Versionen, die die unmittelbare Energie ihrer Konzerte einfangen." (Pressetext)
Jazz und eine zeitgenössische urbane Musiksprache mit den Melodien und Texten der Volkslieder ihrer Heimat ineinander fließen zu lassen und klug zu kombinieren war und ist Victoria Lelékas Anliegen, das durch den russischen Angriffskrieg eine ungeahnte Dringlichkeit und Bedeutung erfahren hat. Ganz bewusst sieht sich die Band als musikalische Botschafterin ihrer Heimat, ein Statement für die Sichtbarkeit und das Existenzrecht ukrainischer Kultur.
Das Lied, mit dem Victoria Leléka diese Woche die Ukraine beim ESC vertreten wird, rekurriert auf ihre Gefühle zu Beginn der vollumfänglichen Invasion Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 und die damit verbundenen Demonstrationen in Berlin. Dass sie eines Tages in die Ukraine zurückkehren wird, steht für sie fest. Der Titel ihres ESC-Lieds "Ridnym" bedeutet übersetzt: "heimisch".
