Literatur am Feiertag

"Brief vom Vater" von Gabriele Kögl

Leichen im Familienkeller

Am Beginn steht ein Selbstmord. Der Sohn der Erzählerin ist tot, in seiner Hand der Abschiedsbrief seines längst verstorbenen Vaters, der ebenfalls Suizid begangen hat. Der Sohn fand sich in dem Brief nicht erwähnt. Gabriele Kögl enthüllt in dem eindringlichen Monolog Schicht für Schicht eine Familiengeschichte, die von Kränkungen, Sprachlosigkeit und verdrängtem Schmerz gezeichnet und damit auch im echten Leben keine Ausnahme ist. Aus der Erinnerung an Ehe, Verlust und die verdunkelte Herkunft entwirft sie ein präzises Psychogramm über das Ungesagte und die zerstörerische Kraft familiärer Verletzungen, die über Generationen reichen. Wir bringen eine gekürzte Fassung des Romans.

"Brief vom Vater" von Gabriele Kögl, mit Evamaria Salcher, Regie: Philip Scheiner (ORF 2026)

Service

Gabriele Kögl, "Brief vom Vater", Roman, Elster & Salis, 2023

Sendereihe

Gestaltung

Übersicht