Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Stark - wie die Blumen, die immer wieder kommen

Erinnern an den Roma-Holocaust +++ "Wer sich selbst treu bleiben will, der muss sich stetig ändern" - Gedanken des "Alten Steffl" +++ Sitzen und Atmen, mehr nicht - Kigen Osho und das Zen-Zentrum auf der Hohen Wand +++ "Fürchte dich nicht" - Aspekte der Bibel

Erinnern an den Roma-Holocaust

Neun von zehn österreichischen Romnja und Roma, Sintizze und Sinti wurden während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet. Am 2. August erinnert der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma an die Nacht vom 2. auf den 3. August 1944. Damals ermordeten die Nationalsozialisten die letzten Überlebenden des sogenannten "Zigeunerlagers" im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in den Gaskammern. Im Unterschied zu anderen Opfergruppen des Nationalsozialismus entwickelte sich nur langsam eine Erinnerungs- und Gedenkkultur an den Völkermord an den Roma und Sinti. Das Europäische Parlament erkannte den Roma-Holocaust - auch "Porajmos" genannt - erst 2015 offiziell an. In Österreich wurde der 2. August erst 2024 zum nationalen Gedenktag erklärt. Maria Harmer berichtet über das lange Ringen um einen zentralen Ort des Gedenkens und der Trauer sowie über den Überlebenswillen und die Lebensfreude der Angehörigen der Volksgruppe.


"Wer sich selbst treu bleiben will, der muss sich stetig ändern" - Gedanken des "Alten Steffl"

136 Meter ragt er in den Himmel: der Südturm des Wiener Stephansdoms. Einst war er der höchste Kirchturm des Landes - und für einige Jahrzehnte wohl auch der höchste der damals bekannten Welt. Im Volksmund wird er "Steffl" genannt, ein Name, der später auf den gesamten Dom überging. Der "Alte Steffl" hat die Geschichte Wiens über Jahrhunderte hinweg begleitet - und seit 20 Jahren auch eine eigene Kolumne im Pfarrblatt der Dompfarre St. Stephan. Darin lässt der Wiener Domarchivar Reinhard Gruber den ehrwürdigen Turm zu Wort kommen. Aus luftiger Höhe blickt der "Alte Steffl" mit Gelassenheit und Humor auf die Gegenwart - etwa auf die fast sieben Millionen Menschen, die den Stephansdom jedes Jahr bei freiem Eintritt besuchen. Der Tourismus bringe Herausforderungen mit sich, denen sich die Kirche stellen müsse, meint der "Alte Steffl". Und auch sonst zeigt sich der steinerne Kolumnist erstaunlich zeitgemäß: "Wer sich selbst treu bleiben will, der muss sich stetig ändern. Christliche Spiritualität bedeutet, sich immer wieder auf den Weg der Verwandlung einzulassen und neu zu beginnen." Die Kolumnen des "Alten Steffl" sind nun erstmals als Buch im Wiener Dom Verlag erschienen. Aus diesem Anlass hat Markus Veinfurter den "Ghostwriter" des wohl ältesten Kolumnisten Österreichs getroffen.


Sitzen und Atmen, mehr nicht - Kigen Osho und das Zen-Zentrum auf der Hohen Wand

Der Sommer ist für viele Menschen eine Zeit des Innehaltens - eine Gelegenheit, Urlaub zu machen und dem Alltag zu entkommen. Manchmal genügt dafür das einfache Dasitzen in Stille. Spirituelle Konzepte aus Asien, v.a. der Zen-Buddhismus, haben das Sitzen zum Programm gemacht. Im "Hyakujogan Zendo", einem Meditationszentrum auf der Hohen Wand in Niederösterreich, kann das Sitzen in Stille geübt werden. Die vor einiger Zeit neu gebaute Meditationshalle auf 900 Meter Seehöhe bietet Platz für die verschiedenen spirituellen Praktiken des Zen-Buddhismus. Gundi Lamprecht hat sich das Zentrum angesehen und dabei seinen Begründer, den aus den USA stammenden Zen-Priester Kigen Osho, getroffen.


"Fürchte dich nicht" - Aspekte der Bibel
(Jeremia 1,4-10)

Als nachdenklichen alten Mann, das Kinn in die Hand gestützt und den Blick gesenkt, hat Michelangelo den Propheten Jeremia an der Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom gemalt. Nach ihm ist das umfangreichste Buch des Alten Testaments benannt. Es geht im Kern auf den Propheten selbst zurück und versammelt eindringliche Mahnreden an die Mächtigen seiner Zeit. Am Beginn des Buches steht eine klassische Berufungsgeschichte: Erzählt wird, dass sich Jeremia für unfähig hält, ein Prophet seines Gottes zu werden. Das allerdings war nach biblischem Verständnis gerade die richtige Voraussetzung. Denn so sollte durch ihn umso mehr der Gott der Bibel sprechen. Den Mut, auch gegen Widerstände aufzutreten, schöpfte Jeremia aus der göttlichen Zusage: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir. Zu diesem Text, der u.a. am Sonntag, 2. August, für evangelische Gottesdienste vorgesehen ist, hat sich die evangelische Pfarrerin und Superintendentin Andrea Mattioli Gedanken gemacht.

Service

2. Aug., 14:30 Uhr: Ökumenischer Gedenkgottesdienst zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Roma und Sinti und Jenische im Wiener Stephansdom

Domarchivar Reinhard H. Gruber, „Seien Sie gegrüßt! Gedanken des Alten Steffl", Wiener Dom Verlag

Hyakujogan Zendo Hohe Wand

Aspekte der Bibel

Sendereihe

Gestaltung