Ein Strand mit vielen Sonnenschirmen an der Amalfiküste

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Punkt eins

Touristenmassen lenken - aber wie?

Overtourism in Europa: Zwischen Gastfreundschaft und Überlastung.
Gäste: FH-Prof. Dipl. BetriebswirtIn (FH) Eva Brucker, Studiengangsleiterin Innovation & Management im Tourismus, FH Salzburg & Dr. Oliver Fritz, MSc, Forschungsgruppe Regionalökonomie und räumliche Analyse, Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at


DW RP1 (25311)

Ob in Venedig, auf Mallorca oder am Hallstätter See - es gibt zahlreiche Orte in Europa, an denen sich im Sommer wilde Szenen abspielen: Massen von Besucherinnen und Besuchern drängen sich, tausende Tagesgäste fluten Altstädte, Wanderwege und Strände, auf der Suche nach idyllischen Ansichten und Ausblicken, die in Zeiten des Massentourismus selten geworden sind. Und mittendrin leben genervte Einheimische, die immer öfter lautstark gegen diesen "Über-Tourismus" protestieren und Unterstützung von politischer Seite fordern. In Mallorca gingen deswegen vor Kurzem 25.000 Menschen auf die Straße und skandierten: "Euer Paradies ist unser Albtraum". Auf der Baleareninsel kommt rund um die Sonnenfinsternis seit Montag nun sogar das Militär zum Einsatz.

Den überfüllten Orten, ob am Fuß der Dolomiten oder in der Salzburger Innenstadt, ist gemein, dass die lokale Bevölkerung den Tourismus per se nicht ablehnt, jedoch Regulierung fordert. Denn die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr sind für viele Regionen bzw. Nationen wichtig, doch die Bevölkerung profitiert oft nicht im entsprechenden Ausmaß bzw. sieht sich hauptsächlich mit den negativen Auswirkungen konfrontiert: Lärm und Müll, Verkehrschaos und steigende Mietpreise, Umweltverschmutzung und Landschaftszerstörung.

Während touristische Infrastrukturen in großem Stil ausgebaut werden, kann es für die ortsansässige Bevölkerung zunehmend schwierig werden, den alltäglichen Bedürfnissen an solchen Touristenhotspots nachzugehen. Genau das sei auch die Definition von Overtourismus bzw. Über-Tourismus, sagt der Ökonom Oliver Fritz vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO: Die Lebensqualität der Bevölkerung leidet erheblich durch die hohe Anzahl von Touristinnen und Touristen, aber auch das touristische Erlebnis der Gäste wird durch die Überlastung und den Verlust authentischen Lokalkolorits beeinträchtigt. Aber auch darauf weist Fritz hin: In Orten, in denen "alle" vom Tourismus leben, sind die kritischen Stimmen sehr viel leiser.

Wie Besucherströme also gelenkt werden können, beschäftigt Politik und Forschung seit geraumer Zeit. Zu den wirksamen Strategien zähle etwa regionale und saisonale Entzerrung, sagt Eva Brucker, Expertin für Tourismusmanagement an der FH Salzburg. Dabei gehe es etwa darum, auch das Umland von Touristenattraktionen attraktiv zu machen bzw. Besucherinnen und Besucher zu "untypischen" Zeiten zu einem Besuch zu bewegen.

Eva Brucker und Oliver Fritz sind in dieser Ausgabe von "Punkt eins" zu Gast bei Marlene Nowotny, um über den Wirtschaftsfaktor "Tourismus" und Strategien der Besucherlenkung zu diskutieren.

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