Radiokolleg
Die Philosophin geht in die Oper (3)
Peter Grimes - Oper gegen die Niedertracht
30. September 2026, 09:45
Benjamin Brittens Liederzyklus Sonnets from Michelangelo für seinen langjährigen Lebenspartner, den Tenor Peter Pears, endet mit der Verkündigung, dass Liebe, die auf der Schönheit von Körper und Seele des Geliebten gründet, das Herz mit großer Hoffnung erfülle. In seinem nächsten großen Werk, der 1945 uraufgeführten Oper Peter Grimes, lässt der Komponist scheinbar alle Hoffnung fahren. John, der stumme Lehrling des Fischers Peter Grimes stürzt die Klippen an der Ostküste Englands hinab und stirbt. Die Bewohner des Dorfes halten Grimes für schuldig am Tod des Jungen, der Fischer rudert aufs Meer hinaus und versenkt sich selbst. Die Homosexualität des Peter Grimes wird in der Oper nie explizit benannt, als Außenseiter, der den über ihn kursierenden Gerüchten nichts entgegensetzen kann, fällt er seiner feindlichen Umwelt zum Opfer. Grausamkeit der Menge ist für Martha Nussbaum das zentrale Thema der Oper, einem "kargen und erschreckenden Werk, das uns keinerlei Hoffnung für die Unterdrückten lässt." Deren Botschaft aber ist die Aufforderung, jegliche Art von Massenwahn und Homophobie zu überwinden.
Gestaltung: Erich Klein
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- Erich Klein
