ORF/MARGIT ATZLER
Gedanken
Simon Messner, Extrembergsteiger und Biobauer
"Ich bin ich". Der Extrembergsteiger und Biobauer Simon Messner über Verantwortung und Entscheidungen - am Berg und im Alltag.
18. Oktober 2026, 09:05
Simon Messner ist vielen Menschen vor allem Dank seines Nachnamens bekannt. Als Sohn des weltberühmten Bergsteigers Reinhold Messner ist er aber mehr als ein Schatten des Vaters. Wie schwierig es ist, sich eine eigene Identität zu schaffen und einfach nur er selbst, Simon Messner, zu sein, wurde ihm erst als junger erwachsener Bergsteiger bewusst. Dabei war Klettern und steile Felswände zu bezwingen zunächst vor allem bedingt durch seine Höhenangst gar kein Ziel für den großgewachsenen drahtigen Südtiroler. Im Gegenteil. Als Teenager entdeckte er die Bewegung in der Vertikalen dann doch für sich - aus eigener Motivation und sogar gegen die Willen des Vaters. Und so kann Simon Messner heute bereits auf einige herausfordernde Erstbegehungen in Europa und auf den ganz hohen Bergen der Welt zurückblicken.
Anfang 2025 wurde der 36-jährige selbst Vater einer kleinen Tochter. Die neue Vaterrolle veränderte seinen Zugang zu extremen Bergtouren grundlegend. Seine Handlungen am Berg - weitergehen oder umkehren - haben nicht nur auf ihn direkten Einfluss, sondern auch auf seine Tochter und auf seine Frau. Diese Verantwortung trägt er im Rucksack immer mit. Auch für sein materielles Erbe trägt er Verantwortung. So betreibt er den Oberortlhof gleich unterhalb von Schloss Juval im Vinschgau, den sein Vater ihm vor einigen Jahren übertragen hat. Den Spagat zwischen Vatersein und Extrembergsteigen sowie die herausfordernde Beziehung zu seinem Vater wurde im Film "Aus dem Schatten" thematisiert, der im Juli 2026 auf ausgewählten Filmfestivals und in den Kinos zu sehen war.
In Ö1 macht Simon Messner sich Gedanken über seine Verantwortung als Vater, den Umgang mit seinem Erbe sowie die Faszination Berg und Natur.
Sendereihe
Gestaltung
- Margit Atzler
