Spielräume Spezial

100 Jahre Ray Brown

Eine Hommage an Ray Brown, den "Grandseigneur" der swingenden Viertelnoten

Er thront auf dem Olymp der viersaitigen Tieftöner, als maßgeblicher Einfluss und als Vorbild für unzählige Jazz-Kontrabassisten: Ray Brown, dessen Geburtstag sich am 13. Oktober dieses Jahres zum 100. Mal jährt, war in seiner Funktion als Begleiter der Stars ein humorvoller und unterhaltsamer, dabei immer unaufdringlicher Architekt eines felsenfesten rhythmisch-harmonischen Fundaments. Als swingender Nordstern und Ruhepol der Rhythmusgruppe überzeugte er mit unbestechlichem Timing und durchsetzungsstarkem Puls. Ray Brown in einer Band zu wissen, galt für Mitmusiker, Konzertbesucherinnen und Plattenkäufer als gesicherte Qualitätsgarantie.

Browns Spiel zeichnete sich durch tiefe Verwurzelung in der Jazztradition der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts aus, er hauchte dem an sich zweckdienlichen Kontrapunkt gekonnt Leben ein und entwickelte das Instrument von einem reinen Rhythmusbegleiter zu einer kraftvollen solistischen Stimme weiter. Ray Browns farbenreiches Walkingbass-Spiel verlieh der Musik den gewissen Vorwärtsdrang, und man hört auf seinen Aufnahmen diese straffe, auf den rhythmischen Punkt gebrachte Saitenkunst eines Swing-Genies.

Vom Bebop mit Dizzy Gillespie und Charlie Parker bis zu Sonny Rollins, von Ella Fitzgerald bis zur Konzertreihe Jazz At The Philharmonic, vom Trio des Tastenmeisters Oscar Peterson bis zu seinen eigenen Bands und Projekten: Ray Browns bewegliche Musikalität war bei Bandleadern so begehrt, dass er bis an sein Lebensende viel zu beschäftigt war, um allen Anfragen nachzukommen. Aber er war nicht nur ein ausgezeichneter Instrumentalist, sondern auch ein fähiger Manager und Geschäftsmann, der mit der Verfassung eines einflussreichen Lehrbuches seinem Schaffen eine weitere Facette hinzufügte. Im Juli 2002 verstarb Raymond Matthews Brown im Alter von 75 Jahren und hinterließ der Musikwelt über 2000 Alben, die von seinem unbeirrbar swingenden Bassfundament geprägt sind, eingebettet in seinen warmen Sound und veredelt von seinem ebenso virtuosen wie kreativen Solospiel. Die Spielräume Spezial erinnern an den legendären Kontrabassisten.

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