Radiokolleg

Straßenmusik- Zwischen Kunst und Lärm (1)

Pflasterspektakel

Straßenmusiker:innen erobern mit Instrument und Stimme den öffentlichen Raum. Sie machen Straßenmusik aus Spaß oder Profession, aus Leidenschaft oder Notwendigkeit. So unterschiedlich die Motivation ist, sich an die Straße zu stellen, so unterschiedlich ist die Aufführungskultur ohne Bühne. Studierende, Amateure, reisende Abenteurer und Berufsmusikerinnen - die Straßenmusikszene ist vielfältig und lebendig, in den europäischen Städten wie bei den großen Straßenmusik-Festivals.
Die vierteilige Reihe führt von den Pflastersteinen des Linzer Pflasterspektakels über einen internationalen Kongress in Wien bis zum ältesten Straßenmusikfestival der Welt im italienischen Ferrara. Sie fragt, was Straßenmusik heute ausmacht: als Kunst und als Broterwerb, als Begegnung mit dem Publikum und als umkämpfter Klang im öffentlichen Raum. Wem gehört die Straße - und wie klingt sie?

Das Pflasterspektakel in Linz ist eines der bekanntesten Straßenmusik-Festivals.Seit 1987 verwandelt sich die oberösterreichische Landeshauptstadt an drei Tagen im Juli in eine Bühne für Straßenkünstler:innen aus aller Welt. Aus über tausend Bewerbungen wählt die Festivalleitung gut hundert Acts aus - Musikerinnen, Akrobaten, Tänzerinnen, Jongleure. Der Eintritt ist frei, bezahlt wird in den Hut. Anders als bei manchen Festivals, die inzwischen Eintritt verlangen, bleibt Linz beim freien Zugang.
Eine Reportage über einen Festivaltag: von den ersten Handgriffen beim Aufbau im Innenhof der Kunstuniversität über die ersten Töne in den Gassen bis in die Abendstimmung an der Donau. Begleitet werden mehrere Bands und Solist:innen - die Linzer Blechkapelle Blechsalat, die Cumbia-Bläser von Desmadre Orkesta aus Buenos Aires, die Folk-Musikerin Janileigh Cohen und der Tiroler Gitarrist Mario Parizek, der heute in Portugal lebt.

Gestaltung: Verena Gruber

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