Im Fokus - Religion und Ethik
Die Kathedrale des Papstes
Mit diesem Thema im Fokus: 400 Jahre Petersdom in Rom
18. November 2026, 16:05
Vor 400 Jahren, am 18. November 1626, wurde der neue Petersdom in Rom geweiht. Dank Michelangelo, Bramante und Bernini zählt er zu den wertvollsten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte. Als Kathedralkirche des Bischofs von Rom, also des Papstes, ist er zweifellos auch eines der bedeutendsten Gotteshäuser der Christenheit.
Die Baugeschichte des Petersdomes reicht freilich viel weiter zurück. Schon im 4. Jahrhundert, unter Kaiser Konstantin, wurde über dem Grab des Apostels Petrus eine Kirche errichtet - die für den Neubau weitestgehend demoliert werden musste. Der Befehl dazu kam 1506 von Papst Julius II., der Machiavelli als Vorbild für seinen "Fürsten" gedient haben soll. Für Martin Luther war er aufgrund seiner militärischen Interessen schlicht "der Blutsäufer".
Finanziert wurde der Neubau unter anderem durch den "Ablasshandel" in Deutschland - eng verbunden mit dem Namen Johann Tetzel: Gegen eine Spende wurde den Menschen die Rettung vor den Qualen im Fegefeuer versprochen. Der Ablasshandel wiederum war ein theologisch wesentlicher Ansatzpunkt für die Reformation, die schließlich zu einer dauerhaften Spaltung der Kirche geführt hat. Geweiht wurde der neue Petersdom dann 1626 von Papst Urban VIII. - der in Dan Browns "Illuminati" ("Angels & Demons") eine wesentliche Rolle spielt. - Gestaltung: Markus Veinfurter
