Karl-Markus Gauß

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Im Gespräch

Karl-Markus Gauß, Schriftsteller und Essayist

Im Gespräch mit Birgit Dalheimer

Wer Europa verstehen will, muss an seine Ränder gehen: Zu den letzten Sprechern einer Sprache, in vergessene Landstriche, zu den Minderheiten, von denen man kaum je hört. Genau das tut der Schriftsteller Karl-Markus Gauß. Er war unter anderem in einem griechischen Dorf in der ungarischen Puszta, suchte die Spuren der Gottscheer im heutigen Slowenien, hielt die Geschichte der sephardischen Gemeinde in Sarajewo fest. Karl-Markus Gauß, selbst als Kind geflohener Donauschwaben 1954 in Salzburg geboren, erforscht die wenig bis gar nicht bekannten Nischen Süd- und Osteuropas seit Jahrzehnten reisend und schreibend. "Ich halte es mit dem Verschwindenden und mein Herz schlägt töricht stets für das Untergegangene", hält Gauß in seinem jüngsten Buch "Die Liebe kommt immer zu spät" fest. Mit nostalgischer Folklore hat das aber nichts zu tun. Vielmehr macht der Schriftsteller und Essayist mit wachem Blick, zugewandtem Interesse, feinem Humor und präziser Sprache deutlich: Vielfalt ist keine Randerscheinung Europas, sondern sein Kern. Im Gespräch mit Birgit Dalheimer erzählt Karl-Markus Gauß von dieser Vielfalt, von seinen Begegnungen, der Kunst, genau hinzuschauen, und er zeigt, dass Erinnerung eine Form von Widerstand, auch gegen Gleichgültigkeit, ist, die aktueller nicht sein könnte.

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