Ambiente - von der Kunst des Reisens

Algerien auf den Spuren des Heiligen Augustinus

Zwischen Antike, Christentum und islamischer Gegenwart - eine Zeitreise

Im Jahr 430 starb Augustinus in Hippo Regius, im heutigen Algerien. Fast 1600 Jahre später führt eine Reise zu den Schauplätzen seines Lebens und Wirkens - und in ein Land, dessen Geschichte weit über den großen Kirchenvater hinausreicht. Von der Hauptstadt Algier mit ihrer verwinkelten Kasbah und den prächtigen Bauwerken wie der Basilika Notre Dame d`Afrique und der Großen Moschee geht es an die Mittelmeerküste nach Tipasa, zu den Überresten römischer Städte und zu jenen Orten, an denen Augustinus als Bischof wirkte und seine Gedanken entwickelte.

In Hippo Regius, dem heutigen Annaba, predigte und taufte Augustinus; in Thagaste, dem heutigen Souk Ahras, wurde er geboren; in Madauros - dem heutigen M`Daourouch - erhielt er seine Ausbildung als Literat und Rhetoriker. Unterwegs begegnet man den Spuren einer einst blühenden christlichen Welt: Basiliken, Baptisterien und eindrucksvollen Mosaiken. Die weitläufigen Ruinen von Timgad und Djemila erzählen zugleich von der Blütezeit des römischen Nordafrika. Das Mausoleum von Micipsa zählt zu den beeindruckendsten numidischen Bauwerken des Landes. Augustinus' Schriften und sein Denken begleiten die Reise - bis zu den Orten, an denen seine Theologie Gestalt annahm.

Doch Algerien ist mehr als ein Schauplatz der Antike. Die Reise führt durch eindrucksvolle Landschaften, in die geschichtsträchtigen Städte des Landes und zu Zeugnissen seiner vielfältigen kulturellen Vergangenheit. In Constantine, spektakulär über einer tiefen Felsenschlucht gelegen, begegnet man einer weiteren Facette des Landes. So wird die Spurensuche nach Augustinus auch zu einer Entdeckungsreise durch Algerien: zu den Wurzeln des europäischen Christentums und in eine Gegenwart, in der unterschiedliche historische und kulturelle Schichten sichtbar bleiben.

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  • Ernst Weber

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