Emmanuel Macron bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse

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Frankfurter Buchmesse im Zeichen Frankreichs

Die Verleihung des renommierten Deutschen Buchpreises bildete traditionell den Auftakt zur Frankfurter Buchmesse. Die Auszeichnung ging heuer an Robert Menasse. Es ist die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Der Gastlandauftritt steht heuer im Zeichen Frankreichs.

Kulturjournal | 12 10 2017 - Alexander Skipis im Interview

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und Mitinitiator der Petition "Free Words Turkey" im Gespräch über eine politische Messe und Meinungsfreiheit.
Kristina Pfoser

Morgenjournal | 11 10 2017

Kristina Pfoser

Auf Robert Menasse und auf Franzobel ruhten die Hoffnungen der heimischen Literaturnation - gleich zwei Österreicher waren heuer auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis nominiert. Die Entscheidung fiel letzlich auf Robert Menasse für seinen EU-Roman "Die Hauptstadt". Auf den Sieger warten nicht nur 25.000 Euro Preisgeld, sondern auch ein Fixplatz auf den Bestsellerlisten, und zu allererst - eine turbulente Messe.

Salman Rushdie

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Salman Rushdie signiert Bücher

Rushdie, Houellebecq und Atwood

Dazu ein paar Zahlen: Mehr als 7.100 Aussteller aus 106 Ländern auf einer Fläche von rund 170.000 Quadratmetern mit über 400.000 Büchern und digitalen Medien - das sind die Eckdaten der 69. Frankfurter Buchmesse.

In Frankfurt ist heuer noch mehr literarische Prominenz vertreten - Messedirektor Juergen Boos will damit vor allem das Publikumswochenende für so genannte Normalbesucher attraktiver machen. Und da setzt er auf Namen wie Salman Rushdie, Michel Houellebecq, Margaret Atwood, Sven Regener oder Dan Brown.

Morgenjournal | 14 10 2017 - Salman Rushdie

Als politischer Debattenbeitrag zu Donald Trump wird "Golden House", Salman Rushdies jüngster Roman, gelesen. Auf der Buchmesse hat der Autor selbst dieses Bild korrigiert: Er wollte vor allem das Amerika der Obama-Jahre schreibend erkunden, so Rushdie.

Kristina Pfoser

Morgenjournal | 15 10 2017 - Atwood erhält Friedenspreis

Jahr für Jahr zählt Margaret Atwood zu den Kandidaten für den Literaturnobelpreis – nun wird ihr in Frankfurt zum Abschluss der Buchmesse der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen. Die Romane der 77-jährigen Kanadierin werden immer wieder auch als Kommentar zur Gegenwart gelesen.

Kristina Pfoser

Dan Brown

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Dan Brown in Frankfurt

Dan Brown stellt neuen Thriller vor

Der öffentlichkeitsscheue US-Amerikaner präsentierte bei seinem einzigen Auftritt im deutschen Sprachraum am Messe-Samstag vor fast 2.000 Gästen seinen neuen Thriller "Origin". Darin geht es um Verschwörungstheorien im Internet und die Suche nach einer "welterschütternden Wahrheit". Davor ging es an den drei Fachbesucher-Tagen um aktuelle Fragen, die die Branche beschäftigen - von der Digitalisierung über Fake News bis zur Meinungsfreiheit.
Kristina Pfoser

Ehrengast Frankreich

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron eröffneten am Dienstagabend die Messe offiziell. Beide betonten in ihren Eröffnungsreden das Verbindende von Kultur und Literatur und die Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Ohne Kultur kein Europa, ergänzte Emmanuel Macron, der die Bühne der Buchmesse für seine Offensive zur Erneuerung Europas und zur Verstärkung der deutsch-französischen Achse nützte. Beim
Besuch des Gastland-Pavillons machte die deutsche Bundeskanzlerin bei einer ausgestellten Gutenberg-Presse halt und druckte gemeinsam mit Emmanuel Macron die erste Seite der Menschenrechtserklärung.

Emmanuel MAcron und Angela Merkel

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Den größten Beifall am Eröffnungsabend erhielt allerdings die türkische Autorin Asli Erdogan, die im vergangenen Jahr wegen Volksverhetzung mehrere Monate in der Türkei in Haft war und die jetzt vom Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller zur Buchmesse begrüßt wurde.

Frankreich ist heuer Ehrengast und der Gastlandauftritt wird die gesamte frankophone Welt einbinden - mit rund 200 Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, Belgien und Luxemburg, aber auch aus Kanada, Afrika und Asien sowie dem Maghreb, darunter der gebürtige Algerier Yasmina Khadra, der Marokkaner Tahar Ben Jelloun und die Belgierin Amélie Nothomb. Bis Sonntag werden auf der Messe an die 300.000 Besucher erwartet.

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Frankfurter Buchmesse 11. bis 15. Oktober 2017
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