Generalstreik gegen Sparpaket

Erster Höhepunkt der Proteste

In Italien könnten heute die Proteste gegen das Sparpaket der Regierung einen ersten Höhepunkt erreichen. Die größte Gewerkschaft des Landes hat zu einem Generalstreik aufgerufen. Beamte, Privatangestellte, Flughafenmitarbeiter und Eisenbahner legen heute für Stunden ihre Arbeit nieder.

Morgenjournal, 25.06.2010

Vier-Stunden-Streik

Die Gewerkschaft CGIL hat sich viel vorgenommen. Die Beamten sollen den ganzen Tag streiken, die Privatangestellten immerhin vier Stunden. Der Flugverkehr soll am Vormittag vier Stunden lahmgelegt werden, am Nachmittag sind dann die Eisenbahner dran mit dem Vier-Stunden-Streik.

Gehälter einfrieren

Die Gewerkschafter protestieren vor allem gegen das Vorhaben der Regierung, die Gehälter im öffentlichen Dienst bis 2013 einzufrieren. Außerdem sollen 400.000 Arbeitsplätze in der Verwaltung eingespart werden. Derzeit ist aber noch nicht klar, wie viele Menschen dem Streikaufruf folgen werden. Andere, gemäßigtere Gewerkschaften wollen sich dem Streik jedenfalls nicht anschließen.

Gewerkschaften uneinig

Schon beim jüngsten Arbeitskampf rund um das Fiat-Werk in Pomigliano haben sich die Gewerkschaften vor allem durch Uneinigkeit ausgezeichnet. Einige Gewerkschaften haben die Einschnitte des Konzerns akzeptiert, andere wiederum nicht. Erst bei einer Abstimmung haben sich die Mitarbeiter für die Einsparungen ausgesprochen, um den Standort zu retten.

Heißer Streiksommer

Die Gewerkschaftsbewegung in Italien präsentiert sich ähnlich wie die Oppositionsparteien im Parlament: Sie sind alle dagegen, aber jede auf andere Weise. Egal, wie der heutige Generalstreik ausgehen wird, er letzte wird es bestimmt nicht sein. Bereits im Juli wollen die Ärzte und die Richter die Arbeit niederlegen. Der Regierung steht jedenfalls ein heißer Streiksommer bevor.