Kampf gegen Aids kommt kaum voran

In Wien ist Sonntagabend die internationale AIDS-Konferenz eröffnet worden. Bis Donnerstag beraten 25.000 Teilnehmer über die Herausforderungen und Neuerungen im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Es ist das wichtigste Expertentreffen zu dem Thema weltweit. Die Aids-Expertin Brigitte Schmied zeichnet im Morgenjournal-Gespräch trotz gewisser Fortschritte ein düsteres Bild.

"Konstante Rate nicht als Erfolg zu werten"

Brigitte Schmied, Präsidentin der Österreichischen Aids Gesellschaft und Co-Vorsitzende der Konferenz, im Ö1-Morgenjournal-Gespräch mit

Keine Verbesserung bei Neuinfektionen

Aids sei nicht mehr nur eine Krankheit der Homosexuellen und Drogenabhängigen, sagt Brigitte Schmied, Präsidentin der Österreichischen Aids Gesellschaft und Co-Vorsitzende der Konferenz, im Ö1-Morgenjournal-Gespräch. In Österreich seien mehr als 40 Prozent der Betroffenen auf heterosexuellem Weg infiziert worden. Auch die Zahl der Neuinfektionen in Österreich bleibt auf unverändertem Niveau mit rund 500 neudiagnostizierten Fällen pro Jahr. "In diesem Fall ist eine konstante Rate nicht als Erfolg zu werten", so Schmied.

Therapie als Prävention

All die Kampagnen für "Safer Sex" in den letzten 25 Jahren hätten nicht den durchschlagenden Erfolg gebracht. Es hat aber so viel Fortschritt in der Behandlung gegeben, dass man nun sagen könne: Auch eine wirksame Therapie ist eine Form der Prävention.

Osteuropäische Staaten besonders betroffen

Besonders dramatisch sei die Entwicklung in Osteuropa, sagt die Expertin. Das sei die einzige Region weltweit, in der es zu einem enormen Anstieg der Neuinfektionen kommt. Der größte Teil werde durch intravenösen Drogengebrauch infiziert, zugleich gebe es aber keine Nadel- oder Spritzentauschprogramme oder Substitutionstherapien. Dazu komme, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung und antiretroviraler Therapie dort um 50 Prozent geringer sei als in anderen Ländern.

International hofft die Aids-Expertin, dass der Globale Fonds für Aids, Tuberkulose und Malaria seine Arbeit fortsetzen kann und die finanziellen Mittel nicht wegen der Weltwirtschaftskrise gekürzt werden.

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