Nordkorea: Zahl der Toten nach Angriff erhöht

Bei dem nordkoreanischen Granatenangriff auf eine südkoreanische Insel im Gelben Meer am Dienstag sind nach jüngsten Angaben vier Menschen getötet worden. Am Mittwoch wurden die verkohlten Leichen zweier Arbeiter auf einer Baustelle für ein Wohnheim der Marine gefunden.

Mittagsjournal, 24.11.2010

Evakuierung der Insel

Viele der insgesamt 1.300 Einwohner der kleinen Insel Yeonpyeon sind schon gestern geflohen, zum Teil mit kleinen Fischerbooten, heute werden die restlichen zum Festland gebracht, in Sicherheit. Es sind einige Hundert Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen. unter ihnen ein 10-jähriger Bub: Ich habe ein Flammenmeer gesehen, schildert er, meine Schulbibliothek ist niedergebrannt, die Schule aber steht noch. Eine 50-jährige Frau weint: Was soll ich sagen - ich habe Angst. Und das ist wirklich nicht überraschend. Denn die Drohgebärden beider Seiten sind wirklich furchterregend.

Südkorea will zurückschlagen

Die Regierung in Seoul kündigt bei einem neuerlichen Angriff einen "enormen Gegenschlag" an. Und der südkoreanische General Shin Hyun Doin erklärt: Wir sind bereit. Die nordkoreanische Armee wird von uns ab sofort 24 Stunden am Tag beobachtet.

USA stehen bereit

Ein US-Flugzeugträger, die USS-George Washington, ist bereits unterwegs nach Südkorea, um mit dem Bündnispartner Manöver abzuhalten, sie sollen - so wird betont - rein defensiver Natur sein, am Sonntag beginnen und vier Tage dauern und eigentlich seien sie schon lange geplant gewesen.

Auch US-Präsident Barack Obama versucht jede weitere Eskalation vermeiden, er sichert Südkorea zwar seine Unterstützung zu, will aber über weitere militärische Aktionen nicht spekulieren, sondern zunächst mit Präsident I Myung Bak konferieren.

China hält sich zurück

Von China wird erwartet, dass es seinen Einfluss auf Nordkorea geltend macht, sich militärisch zurückzuhalten. Aber die Regierung in Peking beschränkt sich darauf, beide Seiten zur Besonnenheit aufzurufen.

Abendjournal, 24.11.2010

Nordkorea bleibt bei Drohungen

Nordkorea verschärft seine Beschuldigungen gegen den Nachbarn im Süden. Der stellvertretende nordkoreanische UNO-Botschafter Pak Tok Hun beschuldigt Seoul, mit den Feinseligkeiten begonnen zu haben: Wir haben nur zurückgeschossen, in Selbstverteidigung.

Kurze Zeit später bekräftigt die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur: Südkorea provoziert und treibt die Halbinsel an den Rand eines Krieges, so das offizielle Pjöngjang, - es werden nicht die letzten starken Worte sein, die in dieser Angelegenheit gesprochen werden.

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