Straßenschlachten in Athen

Der Generalstreik gegen das Sparpaket in Griechenland hat zu Krawallen geführt. In Athen setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, die Brandsätze auf Luxushotels im Zentrum der Hauptstadt geworfen hatten.

Abendjournal 15.12.2010

Krawalle in Athen

Vermummte Demonstranten haben sich in Athen Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Die Krawalle brachen am Mittwoch am Rande eines zunächst friedlichen Protestes gegen das Sparprogramm der griechischen Regierung aus. Vor dem Parlament attackierten Randalierer die Polizei mit Brandflaschen. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein. Das öffentliche Leben in Griechenland wurde unterdessen durch einen 24-stündigen Generalstreik lahmgelegt.

Früherer Minister verletzt

Ein Polizeisprecher sagte, einige Demonstranten hätten einen Oppositionsabgeordneten, den früheren Minister Kostis Chatzidakis, bedrängt, so dass dieser sich in ein Gebäude habe flüchten müssen. Der Sprecher wies Medienberichte zurück, wonach der 45-Jährige nach einem Wortgefecht mit Demonstranten durch einen Schlag auf den Kopf verletzt worden sei.

Griechenland lahmgelegt

Unterdessen legte der Generalstreik das Leben im Land weitgehend lahm. Am Mittwoch fielen alle Flüge aus, Fähren bleiben in den Häfen, auch Busse und Bahnen sowie die Schulen wurden bestreikt. Nachrichten gab es im Fernsehen und Radio nicht, weil auch die Journalisten die Arbeit niederlegten. Die Arbeitsniederlegungen richten sich gegen das Sparpaket der griechischen Regierung, das die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) im Gegenzug für die von ihnen gewährten Milliardenhilfen zur Stützung des hoch verschuldeten Landes gefordert hatten.