Mubaraks Anhänger machen mobil
Neue Zusammenstöße in Kairo
Auf dem Tahrir-Platz in Kairo ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des ägyptischen Präsidenten Mubarak gekommen. Obwohl die Armee zur Beendigung der Massenproteste aufrief, hielt die Opposition an einer weiteren Großkundgebung am Freitag fest.
27. April 2017, 15:40
Mubarak-Anhänger greifen zu Gewalt
Der Machtkampf in Ägypten ist am Mittwoch wieder eskaliert. Einen Tag nach der Rückzugsankündigung von Präsident Hosni Mubarak griffen dessen mutmaßliche Anhänger zum Teil auf Pferden eine Kundgebung der Opposition auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos an. Die Armee gab schließlich Warnschüsse ab, um die Gewalt zu beenden. Dutzende Menschen wurden durch Steinwürfe, Knüppel und Faustschläge verletzt. Die Regierung wies unterdessen Forderungen nach einem sofortigen Beginn des Machtwechsels zurück.
Abendjournal, 02.02.2011
Zusammenstöße in Kairo,
Schlägertrupps auf Pferden
Die rivalisierenden Gruppen auf dem Tahrir-Platz gingen mit Steinen, Knüppeln und Eisenstangen aufeinander los. Die Gefolgsleute Mubaraks ritten zum Teil auf Pferden und Kamelen auf den Platz. Einige der Schlägertrupps, die mit den etwa 4.000 Mubarak-Anhängern aus verschiedenen Straßen auf den Platz stürmten, hatten nach Angaben von Augenzeugen auch Messer dabei. Unter den Angreifern machten Regierungsgegner Polizisten in Zivilkleidung aus. Das Innenministerium wies das zurück. Oppositionelle erhoben auch den Vorwurf, Mubaraks Nationaldemokratische Partei (NDP) habe Schlägertrupps in zivil angeheuert, um die friedlichen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz zu provozieren.
Abendjournal, 02.02.2011
"Schlägertrupps auf Pferden und Kamelen". Aus Kairo
Sofortiger Machtwechsel abgelehnt
Die ägyptische Regierung wies Forderungen der Opposition und aus dem Ausland nach einem sofortigen Beginn des Machtwechsels zurück. Vorschläge, nach denen umgehend eine Übergangsperiode eingeleitet werden solle, müssten "abgelehnt" werden, teilte Außenminister Hossam Zaki mit. Ein solches Vorgehen würde die krisenhafte "innere Lage in Ägypten" weiter anfachen, fügte er hinzu.
Der 82-jährige Mubarak hatte nach einer Regierungsumbildung am Dienstag angesichts der Massenproteste in seinem Land erklärt, nach drei Jahrzehnten an der Macht werde er nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren. Sein Mandat läuft offiziell bis September.
Abendjournal, 02.02.2011
"Das Regime hat politisch verloren". Aus Kairo
Baradei besorgt
Der in der Opposition eine führende Rolle einnehmende Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei äußerte sich besorgt und warf der Regierung kriminelle Methoden vor. "Ich habe Sorge, dass es in einem Blutbad endet", so ElBaradei.
Die oppositionellen Muslimbrüder lehnen einen Verbleib Mubaraks an der Macht bis September ab. "Das Volk weist alle Teil-Maßnahmen zurück, die gestern vom Kopf des Regimes (Mubarak) vorgeschlagen wurden, und akzeptiert keine Alternative zum Abgang des Regimes", erklärte die wichtige Oppositionsbewegung. (Text: APA, Red.)
