ÖVP für späteren Pensionsantritt bei Frauen

Die ÖVP-Frauen und der ÖVP-Seniorenbund wollen, dass das Pensionsalter von Frauen, das derzeit bei 60 Jahren liegt, früher als geplant dem der Männer (65 Jahre) angeglichen wird. Aus heutiger Sicht ist dafür das Jahr 2033 vorgesehen. Ablehnung kommt von SPÖ, Grünen und dem ÖGB.

Abendjournal, 7.11.2011

Eva Haslinger

ÖVP: "Höhere Pension durch längeres Arbeiten"

Je kürzer jemand arbeitet, desto geringer sei die Pension. Durch "Zwangspensionierungen" würden Frauen um die Chance auf ein höheres Einkommen und eine höhere Pension gebracht, argumentieren ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm und ÖVP-Seniorenbundchef Andreas Khol. Oftmals würden Frauen dadurch in einer "Armutsfalle" landen, und das wolle man verhindern, so Schittenhelm.

Zugleich verlangt Schittenhelm Verbesserungen bei der Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten bei der Pension. Geht es nach ihr, sollen künftig vier Jahre pro Kind eingerechnet werden - egal, in welchem Abstand die Kinder geboren wurden. Außerdem will die ÖVP-Frauenchefin Erleichterungen beim Pflegeurlaub.

SPÖ: "Schlechte Jobchancen für ältere Frauen"

Die Forderung nach einem rascheren Anheben des Pensionsantrittsalters stößt jedoch vorwiegend auf Skepsis. Die ÖGB-Frauen sehen keine Vorteile, da die Jobchancen für ältere Frauen schlecht seien. Ähnlich die SPÖ-Frauen. Sie meinen, dass zuvor die unbezahlte Arbeit in Österreich besser verteilt und die Chancengleichheit von Männern und Frauen erhöht werden müsse. Auch in den Augen der Grünen wäre eine Anhebung zum jetzigen Zeitpunkt kontraproduktiv.