"Fahrplan" ohne Abkommen

Der "Erfolg" von Durban

In Südafrika sind am Sonntag die Marathonverhandlungen um die weitere Vorgehensweise in Sachen Klimaschutz zu Ende gegangen. Ob der Klimagipfel ein Erfolg war, ist umstritten.

Morgenjournal, 12.12.2011

Gemeinsame Verantwortung

Als historischen Meilenstein bezeichnete gestern die südafrikanische Außenministerin den Klimaschutzkompromiss von Durban: "Wir haben heute die Zukunft gerettet", sagte Konferenzgastgeberin Maite Nkoana Mashabane. Tatsächlich wollen sich erstmals alle Staaten dieser Welt in ein rechtlich verbindliches Klimaschutzabkommen einbinden lassen. Die USA wollen ebenso mitmachen wie China und Indien, die bisher von einem rechtlich verbindlichen Vertrag nichts wissen wollten. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten sind nun erstmals gewillt, gemeinsam die Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen.

Übergangslösung

Doch mit dieser grundsätzlichen Entscheidung ist nun erst der Anfang für zähe Verhandlungen gemacht. Der Fahrplan sieht so aus: Bis zum Jahr 2015 soll ausverhandelt werden, wie jeder Staat zum Klimaschutz beitragen wird, erst im Jahr 2020 wird das Klimaschutzabkommen dann wirksam. Das bedeutet: Auch für die nächsten neun Jahre gibt es kein weltweites Abkommen im Kampf gegen die Erderwärmung. Als Übergangslösung soll das sogenannte Kyoto Protokoll verlängert werden, dieses Klimaschutzabkommen ist ein Abkommen zwischen 37 Industriestaaten, die größten Klimasünder USA und China sind nicht dabei.

Offene Fragen

Wer wird sich an einem verlängerten Kyoto Protokoll beteiligen und wie schauen die Details der Verlängerung aus? Diese Fragen bleiben offen und werden erst kurz vor Ablaufen des derzeitigen Abkommens Ende nächsten Jahres geklärt. Eine Grundsatzentscheidung ist also gefallen, alle Details bleiben aber noch offen.

Übersicht

  • Klimawandel