Aufregung um gestiegene Rektorengehälter

Aufregung herrscht in Zeiten von Sparprogrammen über die Gehälter der Rektoren an den Universitäten. Ihr Einkommen ist in den letzten Jahren überproportional gestiegen. Das gab die FPÖ jetzt nach einer Anfragebeantwortung durch Wissenschaftsminister Töchterle bekannt.

Mittagsjournal, 03.01.2012

Der Konflikt zwischen den Rektoren der österreichischen Universitäten und der Politik spitzt sich zu. Nachdem vor Weihnachten der Vorsitzende der Universitätenkonferenz Heinrich Schmidinger die Forderung von SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied nach mehr politischer Mitsprache bei den Unis zurückgewiesen hat, folgt jetzt eine neue Diskussion : Denn die Personalkosten und Gehälter mancher Rektorate sind in den letzten Jahren stark gestiegen - in Zeiten der Finanzknappheit an der Hohen Schulen ein Anlass zu Kritik.

Plus 165 Prozent

Um gleich 165 Prozent seien die Verwaltungskosten samt Gehältern der Universität Innsbruck in den letzten sieben Jahren gestiegen. Und der Rektor der Wiener Wirtschaftsuni verdiene mit mehr als 260.000 Euro pro Jahr fast so viel wie der Bundeskanzlerrektoren. Solches gehe aus Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterles Beantwortung einer Anfrage des freiheitlichen Wissenschaftssprechers Martin Graf hervor, und dieser findet, dass die Leistung der Rektoren in keinem Verhältnis zu dieser Bezahlung liege, und schon gar nicht zu den finanziellen Engpässen der Unis in Forschung und Lehre.

Rektorenchef weist Kritik zurück

Der Vorsitzende der Universitätenkonferenz und Rektor der Uni Salzburg Heinrich Schmidinger weist die Kritik zurück. Der Vergleich mit dem Jahr 2004 werde missverständlich wiedergegeben.

Denn, so Schmidinger damals habe es noch keine vollwertigen Vizerektoren gegeben. Diese hätten nur Zulagen bekommen. 2010 habe man dann das gesamte Gehalt inklusive Professorengehalt ausgewiesen.

Verhandlungsgeschick entscheidend

Offensichtlich gibt es dabei keinen Zusammenhang zwischen der Größe der Hochschule und den Kosten, sondern wie manche vermuten, eher zwischen dem Verhandlungsgeschick der Rektoren, die ihre Gehälter seit 2004 nicht mehr mit dem Ministerium, sondern mit dem eigenen Universitätsrat ausverhandeln.

Die Optik sei jedenfalls schief, meinen einige Beobachter vor allem auch an den Universitäten selbst, die sich finanziell ausgehungert vorkommen, und trotz zugesagter Uni-Milliarde in Forschung Lehre vielfach Notbetrieb fahren.

Optik nicht günstig

Heinrich Schmidinger gesteht zu, dass die Optik nicht günstig ist. Aber es sei gerechtfertigt in diesen Positionen entsprechende Gehälter zu zahlen.

Trotzdem: Sind die hohen Rektorengehälter mehr als ein falsches Signal? Die Frage wie viele und welche universitäre Einrichtungen oder Studienplätze man mit bescheideneren Verwaltungskosten finanzieren könnte, bleibt jedenfalls bestehen.