Produktentwicklung auf neuen Wegen

Crowdsourcing - Ideensuche via Internet

Immer mehr Unternehmen nutzen Crowdsourcing. Dabei bedienen sich die Firmen des Internets, um Ideen der Internetnutzer zu sammeln und sich dadurch Anregungen für neue Produkte oder Forschungsprojekte zu holen. Das bietet zwar Kostenvorteile, hat aber oft auch den Nachteil, dass die Konkurrenz mitbekommt, woran ein Unternehmen arbeitet.

Mittagsjournal, 21.01.2012

Ideen aus der Masse

Das Crowdsourcing ist durch den Aufschwung der Social Media im Internet ermöglicht worden, das sind etwa das Netzwerk Facebook, der Kurznachrichtendienst Twitter oder die Blogs, tagebuchartige Mitteilung, die von den Nutzern kommentiert werden können. All diese Plattformen können Unternehmen nutzen, um sich Ideen und Anregungen von einer Vielfalt an Nutzern zu holen, sagt Social Media-Experte Christopher Lettl von der Wirtschaftsuniversität Wien.

Es wird also die Kreativität der Masse angezapft, oft in Form eines Ideenwettbewerbs. Verwendet wird Crowdsourcing vor allem von Unternehmen in der Technologie- oder Internetbranche, aber auch in der Musikindustrie und Kreativwirtschaft.

Gutes Geschäft

Diejenigen Nutzer, deren Ideen letztlich vom Unternehmen ausgewählt werden, werden meist für ihre Mühe bezahlt. Für die Unternehmen ist das ein gutes Geschäft, weil die Nutzung der Social Media an sich gratis ist und keine professionellen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen bezahlt werden müssen, sagt Lettl.

Neue Plattformen

Es gibt aber auch eigene Crowdsourcing-Plattformen, die quasi als Vermittler zwischen Unternehmen und kreativen Nutzern tätig sind, diese Plattformen werden für ihre Vermittlerdienste bezahlt. Weil sich Crowdsourcing meist nicht an Profis, sondern an kreative Privatnutzer oder auch Studenten richtet, ist das Einsatzspektrum beschränkt. Werden Ideen für neue Produkte gesucht, ist Crowdsourcing ein effizientes Mittel, geht es hingegen um forschungsintensive technische Problemstellungen, sind einzelne Nutzer oft überfordert.

Auch Nachteile

Ein Nachteil beim Crowdsourcing: Wenn im Internet Ideen für einen bestimmten Sachverhalt oder ein bestimmtes Produkt gesucht werden, dann bekommt das auch die Konkurrenz mit und sieht, woran ein Unternehmen arbeitet.

Modell Appstore

Das wohl bekannteste Beispiel für Crowdsourcing ist der Appstore des Computerherstellers Apple: Diese Plattform nutzt die Kreativität von Nutzern und freien Programmierern, deren Apps, also Computerprogramme, im Appstore von anderen Nutzern milliardenfach heruntergeladen werden. Ein Drittel der Einnahmen muss der App-Entwickler an Apple abliefern.

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