Darabos setzt auf Drohnen

Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will jetzt auch in Drohnen investieren. Ab nächstem Jahr soll ein System probeweise eingesetzt werden, zur Aufklärung im In- und Ausland. Aber braucht die kleine österreichische Armee solche Geräte überhaupt, und was bekommt man für die etwa zwei Millionen Euro, die Darabos für diese Beschaffung ausgeben will?

Mittagsjournal, 8.6.2012

Zum Schutz der Soldaten

Praktisch jede europäische Armee verwendet heutzutage Drohnen, längst sind die unbemannten Flugobjekte zu einem wichtigen Ausrüstungsbestandteil geworden. Wenn Österreich jetzt auch in solche Systeme einsteigt, sei das sinnvoll, sagt Militär-Experte Georg Mader. Es gehe um den Schutz der Truppe und ersetze den Spähtrupp.

Hauptzweck ist also die Aufklärung, die Informationsbeschaffung, von bewaffneten Systemen ist im Falle Österreich keine Rede. An die 60 Hersteller von Drohnen gibt es weltweit, übrigens auch in Österreich. Entscheidend sind Nutzlast und Reichweite.

Kosten: Zwei Millionen

Produziert werden Drohnen von der Größe eines kleineren Flugzeuges, die richtige Flugplätze mit Start- und Landesbahnen benötigen und höher und weiter fliegen als jedes Verkehrsflugzeug, bis hin zu Mini-Geräten, Modellflugzeuge, die in jeden Rucksack passen, und an die auch der Verteidigungsminister denkt. Sie werden von Hand gestartet und fliegen in 200-300 Metern Höhe ein paar Kilometer weit. Und das idealerweise bei wenig Wind, weil sie sonst mit ihren Elektromotoren auf der Stelle treten, wie Georg Mader sagt. Er geht von zwei Millionen Euro an Kosten aus, außer es werde eine höhere Reichweite gewünscht.

Oder man kauft dann eben weniger als die derzeit angedachten bis zu 24 Drohnen. Die Entscheidung muss jedenfalls noch heuer fallen, sollen die Drohnen bereits 2013 erprobt werden.

Geeignet bei gefährlichen Einsätzen

Dass Darabos auch an einen nicht-militärischen, zivilen Einsatz bei Naturkatastrophen oder zum Grenzschutz denkt, hat wohl eher mit dem medialen Verkauf der Drohnen-Beschaffung zu tun. Gerade diese Mini-Drohnen sind dafür laut Experten nämlich weniger geeignet.

Gehört den Drohnen die Zukunft in der Militär-Luftfahrt? Werden sie langfristig die bemannten Kampfflugzeuge ersetzen. Wohl nicht. Sie würden dort eingesetzt, wo es besonders gefährlich sei, oder wo es um stundenlange Überwachungen gehe, aber ein völliges Ersetzen werde es in absehbarer Zeit nicht geben, so der Militärjournalist Georg Mader.

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