ÖIAG: Aufwerten bis Auflösen

Finanzstaatsekretär Andreas Schieder (SPÖ) verlangt, dass endlich entschieden wird, wie es mit der Staatsholding ÖIAG weitergeht, nachdem der bisherige ÖIAG-Chef Markus Beyrer nach nicht einmal einem Jahr seinen Hut genommen hat. Schieder sieht dabei mehrere Möglichkeiten, von komplett auflösen bis aufwerten.

Morgenjournal, 16.6.2012

"Auch die ÖIAG braucht eine Strategie"

Die ÖIAG, die die Anteile des Staates an Telekom, OMV und Post verwaltet, agiere seit Monaten ohne Strategie und deshalb müsse jetzt endlich ein politisches Konzept ausgearbeitet werden, fordert Staatssekretär Andreas Schieder von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP).

Jedes Unternehmen brauche eine Strategie, auch eine Holding wie die ÖIAG. Hindurchwurschteln ohne Strategie sei sicher nicht die beste Variante.

Neues Konzept nötig

Schieder findet, der Industriestandort Österreich brauche dringend ein Konzept, was die ÖIAG für Zielrichtungen haben soll. Die ÖIAG bestehe ja deshalb, weil es um standortrelevante Schlüsselindustrien geht und die Frage sei, wie es dort weitergehen soll.

Eine Situation wie während der letzten Wochen, "wo sich Unternehmen anschleichen, wo unklar ist, wer wie viele Anteile hält", sei suboptimal und daher glaube Schieder an die Wichtigkeit eines Konzepts, das die Fragen beantwortet: "Wie gehen wir mit anderen Beteiligungen um, wo ist die strategische Ausrichtung der ÖIAG, warum haben wir die Dachholding ÖIAG, warum haben wir die Beteiligungen nicht bei den einzelnen zuständigen Ministerien direkt angedockt, warum alles das?"

Zusätzliche strategische Aufgaben denkbar

Schieder zufolge könnte man diese Fragen unterschiedlich beantworten und sieht eine Bandbreite von null bis hundert: "Die Bandbreite reicht vom Auflösen der ÖIAG bis zu einer Neudefinition mit zusätzlichen strategischen Aufgaben: Wir haben andere Staatsunternehmen, wir haben die ganze Bankengeschichte, wir haben den Verbund, die BIG. Wir haben verschiedene Bereiche, die wir in Zusammenhang mit der ÖIAG neu strukturieren könnten." Österreich habe mit dieser Diskussion sehr viel Zeit verloren.

Schieder habe schon vor der Bestellung des jetzt scheidenden ÖIAG-Chefs Markus Beyrer gefordert, dass zuerst die Aufgaben der ÖIAG definiert und dann erst die passenden Personen gesucht werden müssten. Das sei leider nicht passiert, so Schieder.

Finanzministerin gefordert

Andreas Schieder kritisert, dass die ÖIAG im Moment weder ein Konzept habe, was ihre Aufgabe ist, noch eine Führungsperson. "Das ist der denkbar schlechteste Zustand."

Was weiter geschieht, liege nicht bei ihm, sondern bei der Finanzministerin. Schieder fordert eine rasche Klärung. Auf den Märkten Fragezeichen zu hinterlassen, sei auch für die ÖIAG die denkbar schlechteste Situation.

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