Golan-Abzug: Diskussion über Ersatz

Die 377 österreichischen UNO-Soldaten werden in den nächsten Wochen vom Golan abziehen. Damit verbleiben nur mehr indische und philippinische Blauhelme auf den Golanhöhen, um den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien zu überwachen. Verteidigungsminister Klug begründet den Rückzug mit den Kriegshandlungen in der von Österreich bewachten Pufferzone. Seit 1974 waren heimische Soldaten auf dem Golan stationiert.

Mittagsjournal, 8.6.2013

Moskau-Angebot abgelehnt

Die Vereinten Nationen suchen nun Ersatz für die Österreicher, denn die Mission auf dem Golan soll unbedingt weiter geführt werden. Aus formellen Gründen hat die UNO ein Angebot Russlands in der vergangenen Nacht abgelehnt. Russland sei ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrats, deswegen könne sich Moskau nicht an Friedensmissionen beteiligen, sagt der Sprecher von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon Martin Nesirky. Ban Ki Moon bedauert die Entscheidung der österreichischen Regierung, denn der Abzug der Österreicher beeinträchtige die Handlungsfähigkeit der Mission, meint Nesirky.

Die UNO verhandle nun weiter mit anderen Staaten, ob sie Ersatz Blauhelme auf den Golan schicken können. Israel bedauert den Rückzug der Österreicher, erwartet aber, dass die UNO ihren Auftrag weiter erfülle und auf den Golan Höhen Präsenz zeige, heißt es aus dem Außenministerium. Der UNO-Sicherheitsrat wird sich im Juni noch mehrmals mit der Golan Mission befassen, Ende des Monats wollen die Vereinten Nationen beschließen, das Mandat am Golan zu verlängern. Bis dahin hat die UNO nun Zeit Ersatz für die österreichischen Soldaten zu finden.

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