Salzburg: Festspiele für die Wirtschaft

Die Festspielzeit lässt in Salzburg die Kassen klingeln: 300 Millionen Euro löst das weltgrößte Klassikfestival an Gesamtumsatz aus. Dazu kommt der Werbewert für die Stadt und das ganze Bundesland.

Mittagsjournal, 26.7.2013

Profitables Großereignis

Unbezahlbar sind die Salzburger Festspiele als Werbung für die ganze Region, jubelt Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburger Land Tourismusgesellschaft und verantwortlich für Marketing und Werbung des Bundeslandes Salzburg. Er vergleicht die Wirkung der Festspiele mit der einer Fußball-Weltmeisterschaft oder der Tour de France. 300 Millionen Euro Umsatz würden in den sechs Festspielwochen gemacht, hat die Wirtschaftskammer errechnet, der Großteil (92 Prozent) kämen Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistungen wie zum Beispiel der Taxi-Branche zugute.

Die Festspielgäste bleiben im Durchschnitt eine gute Woche in der Region und geben 300 bis 500 Euro pro Tag aus, weiß Bauernberger. Das freut vor allem Salzburgs Schmuck- und Kunsthandel und die Boutiquen - sie machen von Mitte Juli bis Ende August nach eigenen Angaben die Hälfte ihres Jahresgeschäfts. 70 Prozent der Gäste wohnten in Vier- und Fünfsternehotels. Dazu kommen noch die Festspielkarten, die bis zu 400 Euro kosten. Heuer wurden die Rekordzahl von 265.000 Stück davon aufgelegt, und trotzdem sind sie vor der heutigen Eröffnung schon so gut wie vergriffen.

Umland profitiert

Für die Stadt Salzburg beginnt die Festspielzeit schon früher, erzählt Inga Horny, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Salzburger Altstadt: "Anfang Juli geht's hier los mit Proben, Bühnenbildern und unglaublich vielen Produktionsmitarbeitern." Davon profitiere auch das Umland, sagt Tourismus-Geschäftsführer Bauernberger. Denn viele Gäste wohnten im bergigen Umland und besuchten am Abend die Festspiele. Das bringt aber auch Verkehrsprobleme, wenn die Festspielgäste auf die Tagestouristen treffen, sagt Inga Horny. Und wenn es nach den Festspielen in der Salzburger Altstadt wieder ruhiger wird, werden die Geschäftsleute nicht nervös: Denn der Einzelhandel in der Stadt macht noch immer zwei Drittel seines Jahresumsatzes mit Einheimischen.