Ukraine sagt EU-Annäherung ab

In einer spektakulären Abkehr vom bisherigen Kurs hat sich die Ukraine vom Westen abgewandt und sucht stattdessen wieder den Schulterschluss mit Russland. Eine Woche vor der geplanten Unterzeichnung brach die Regierung in Kiew am Donnerstag die Vorbereitungen für das Freihandels- und Assoziierungsabkommen ab. Zugleich kündigte sie an, den "aktiven Dialog" mit Russland und anderen Mitgliedern der von Moskau geführten Zollunion wieder aufzunehmen.

Viktor Yanukovich

Viktor Yanukovich

(c) ANDREY MOSIENKO/PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/POOL

Abendjournal, 21.11.2013

Konflikt um Timoschenko

Wenige Stunden zuvor war der Streit um die inhaftierte Oppositionschefin Julia Timoschenko eskaliert: Das Parlament lehnte gleich sechs Gesetzesvorlagen ab, die der früheren Regierungschefin die Ausreise zur medizinischen Behandlung nach Deutschland ermöglicht hätten. Dies hatte die EU zur Bedingung für die Unterzeichnung des seit Jahren vorbereiteten Assoziierungsabkommens gemacht. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle erklärte, das Angebot einer echten Partnerschaft bestehe weiter.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch, der sich am Donnerstag zu einem Arbeitsbesuch in Wien aufhielt, versicherte: "Wir werden auf dem Weg der europäischen Kooperation vorankommen."