Max Hollein

APA/dpa/Frank Rumpenhorst

Neuer Met-Chef Max Hollein im Gespräch

Groß war letzte Woche die Begeisterung, als der Österreicher Max Hollein zum Leiter des Metropolitan Museums in New York gekürt wurde. Neben dem Beifall in den US-Medien wurde aber auch Kritik laut, denn der 48-Jährige erbt einige Baustellen am renommierten Haus.

Da sein Vorgänger Thomas Campbell ein großes Defizit hinterlassen hat, wird der für sein wirtschaftliches Geschick bekannte Hollein nur mit der künstlerischen Neuausrichtung des Hauses beauftragt; Dan Weiss aus dem Board wird die Geschäfte führen. Ein Gespräch über die künftige Zusammenarbeit, Sponsoring und Raubkunst.

Mittagsjournal | 19 04 2018

Sabine Oppolzer

Morgenjournal | 11 04 2018

Hollein wird Direktor des Metropolitan Museum New York

Wien, New York, Frankfurt

Der 1969 in Wien geborene Hollein arbeitete zunächst fünf Jahre am Guggenheim Museum in New York (1995-2000). Nach seiner Rückkehr nach Europa übernahm er 2001 die Leitung der Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2006 kam die Direktion des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung dazu (bis 2016).

Die Kunstmuseen machten unter seiner Führung immer wieder mit spektakulären Ausstellungen von sich reden, etwa zu Raffael, Dürer oder Monet. Das Städel wurde saniert und mit einem Neubau erweitert, die Ausstellungsfläche verdoppelt - ein guter Teil der Kosten konnte über Sponsoren und Spenden aufgebracht werden. Der deutsche Sponsoring-Fachverband ehrte ihn 2011 dafür mit der Aufnahme in die Hall of Fame Sponsoring.

Eines der meistbesuchten Museen der Welt

Das 1872 eröffnete Metropolitan Museum ist das größte Kunstmuseum der USA und besitzt eine der bedeutendsten kunsthistorischen Sammlungen der Welt mit insgesamt rund zwei Millionen Stücken aus fünf Jahrtausenden.

An der Upper East Side von Manhattan am Rand des Central Park gelegen, gehört es mit mehr als sieben Millionen Besuchern pro Jahr auch zu den meistbesuchten Museen der Welt. Mit dem Met Breuer unterhält das Metropolitan einen Annex speziell für moderne und zeitgenössische Kunst.

Verzicht auf Zubau nach finanziellen Verlusten

Nach finanziellen Verlusten, die 2015/16 mehr als acht Millionen Dollar (mehr als 6,50 Mio. Euro) erreichten, musste der vorherige Direktor Thomas Campbell im Februar 2017 seinen Posten aufgeben. Dies brachte ein Ende von Euphorie und Großprojekten. Die Verantwortlichen versuchten, das Ruder herumzureißen und schränkten die Mittel trotz nach wie vor steigender Besucherzahlen ein. Auf den Bau eines weiteren Museumsflügels, der 600 Millionen Dollar gekostet hätte, wurde verzichtet. 90 Angestellte gingen freiwillig oder wurden entlassen. Seit Anfang 2018 wird von Touristen ein Eintrittsgeld von 25 Dollar verlangt.

Klimt-Ausstellung in San Francisco

Mehr als ein Jahr war nach einem Nachfolger für Campbell gesucht worden. Hollein hatte das Fine Arts Museums in San Francisco erst im Juni 2016 übernommen. Dort zeigte er u.a. die bisher größte Klimt-Ausstellung an der amerikanischen Westküste im Rahmen von "Klimt & Rodin: An Artistic Encounter" (eine künstlerische Begegnung).

Auch in Österreich hatte der verheiratete Vater von drei Kindern manche Aufgaben übernommen: Er war Kommissär des Österreich-Pavillons der Biennale di Venezia 2005 sowie Kurator des Salzburger Avantgardefestivals "kontra.com" anlässlich des Mozart-Jahres 2006.

Max Hollein hat Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und Kunstgeschichte an der Universität Wien studiert.

Text: APA/dpa/AFP/Red.

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