Tropische Palmen

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O wie Offshore

Luxemburg, die Bermudas oder Panama: Offshore-Finanzplätze sind beliebt. Laut dem Ökonomen Gabriel Zucman werden rund acht Prozent des weltweiten Privat-Vermögens in sogenannten Steueroasen verwaltet.

Den Staaten entgehen dadurch Steuereinnahmen von mehr als 250 Milliarden Euro. Es liege dort der versteckte Wohlstand der Nationen, schreibt der französische Wirtschaftswissenschafter. Geld, dass die Nationalstaaten in Zeiten hoher Staatsschulden und Austerität gut gebrauchen könnten. Offshore bedeutet eigentlich "außerhalb der Küstengewässer liegend". Nicht alle Steueroasen liegen geographisch auf hoher See, dennoch liegen alle außerhalb der üblichen Rechtsnormen. Konkret ermöglichen sie Unternehmen und Privatpersonen heimische Gesetze zu umgehen. Sie verlangen oft eine geringere Eigenkapitalausstattung, wenig Transparenz und haben eine lasche Finanzmarktaufsicht. In Steueroasen angesiedelte Banken und Versicherer bieten ihren Kunden maßgeschneiderte Offshore-Lösungen zur legalen Steuervermeidung an. Auch für Unternehmen finden sich Lösungen, um den Gewinn vor dem Fiskus zu schützen, wie etwa Briefkastenfirmen oder Lizenzzahlungen. Nicht nur die Steuerverluste machen vielen Experten Kopfzerbrechen. Die letzte Finanz- und Wirtschaftskrise hat aufgezeigt, dass sogenannte Schattenbanken, also nicht regulierte Finanzinstitutionen auch eine Gefahr für die Finanzmarktstabilität darstellen. So wurden viele Toxic Assets von Hedgefonds verbrieft.

Juliane Nagiller, Marlene Nowotny

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