Work In Progress

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Die Zukunft der Arbeit

Wie unsere Arbeit und die unserer Nachkommen künftig genau aussehen wird, darüber wird erst seit ein paar Jahren intensiv diskutiert und spekuliert.

Unbestritten ist: Wir werden in Zukunft anders arbeiten müssen - und dieser Ausblick ist mit Ängsten und Utopien zugleich verbunden: zentrale Schlagwörter sind Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung.

Inbegriff für die Transformation unserer Arbeitswelt ist „New Work“. Entfalten soll sich diese „neue Arbeit“ innerhalb des bestehenden Systems des globalen und auf dynamisches Wachstum ausgerichteten Kapitalismus – bei ebenso stetig zunehmendem Energieverbrauch.

Drastisch weniger Energieverbrauch bedeutet auch eine drastische Senkung des ökonomischen Outputs.

In Zeiten des Klimawandels, dessen desaströse Auswirkungen wir alle immer mehr zu spüren bekommen, wird viel darüber geredet, wie notwendig es sei - zwecks CO2-Reduktion - den Verbrauch von Fossilenergie zu senken, nicht aber darüber, dass es eigentlich darum geht, in Zukunft mit sehr viel weniger Energie auszukommen als bisher – was sich unweigerlich auf die energieintensiven Informations- und Kommunikationstechnologien auswirken würde, von denen es heißt, sie würden die Zukunft unserer Arbeit entscheidend bestimmen.

Mit drastisch weniger Energieverbrauch verbunden wäre auch eine ebenso drastische Senkung des ökonomischen Outputs – doch das zu thematisieren, ist nach wie vor tabu.

Die Zukunft der Arbeit muss eng mit der globalen Klimakrise zusammengedacht werden.

Fest steht: In einer endlichen Welt kann es einfach kein unendliches Wachstum geben; und wird diese Entwicklung radikal gebremst, würden gewiss etliche Branchen davon betroffen sein. Das, so meint zum Beispiel die deutsche Wirtschaftsexpertin Ulrike Herrmann, bedeute aber nicht zwangsläufig ganze Heerscharen von Arbeitslosen: Denn sehr viele Menschen würden u.a. damit beschäftigt sein, die Schäden von Umweltverschmutzung und Klimawandel zu beheben.

Die Zukunft der Arbeit muss also viel enger mit der globalen Klimakrise zusammengedacht werden. Was allerdings noch fehlt, ist die Brücke, die in diese neue „Postwachstumsökonomie“ führen soll. Ist so etwas in einem kapitalistischen System überhaupt denkbar? Und wie kann es gelingen, zerstörerisches Wachstum einzubremsen, ohne eine schwere Wirtschaftskrise mit Millionen von Arbeitslosen auszulösen?

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