Suchart Wannaset

SUCHART WANNASET

Suchart Wannaset, Transmediale Kunst

Suchart Wannaset, geboren 1991 in Nahkon Ratchasima in Thailand, studiert Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. In seinen Videos, Skulpturen, Performances und Fotografien ist die Suche nach der Natur ist ein wesentlicher Bestandteil.

Was ist Kunst?

Jeder definiert Kunst nach seinen eigenen Vorstellungen, deshalb kann ich nur für mich sprechen. Kunst ist eine Notwendigkeit, um mit meinem Leben klar zukommen. Kunst ist ein tiefes Einatmen und wie ich die Welt sehe.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Als ausgebildeter Photograph war ich schon früh der Kunst ausgesetzt. Auch durch meinen Vater, der immer schon kunstinteressiert war.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Es ist eine Kombination aus allen. Es ist für mich eine Frage der Lebensumstände. Viele haben das Talent, manche wollen Kunst produzieren, um sich Gehör für ein Anliegen zu schaffen und manche sehen als es ihre Pflicht an. Es ist sehr weit gefasst und eine Verallgemeinerung ist für mich nicht möglich.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen?

Eine passende Plattform für meine Kunst zu finden, ist mein Ziel, diese können unter anderen Museen, Galerien sein etc. aber auch komplett etwas anderes außerhalb des Kunstkontextes. Momentan bin ich auf der Suche nach neuen Herausforderungen, Veranstaltungen und Orten, wo man normalerweise Kunst nicht antrifft. Ich denke in Zukunft wird Kunst sich verändern. Ausstellungen in der Art, die man schon kennt, werden sich verändern und ich suche da noch ein Format. in dem ich meine Ideen verwirklichen kann.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich weiß, es hört sich sicher egoistisch an, aber ich funktioniere am besten alleine. Jedoch war und bin ich immer offen für neue Herausforderungen und Kollaborationen. Ich beziehe gerne Leute aus meinem nächsten Umfeld ein und wir pushen uns gegenseitig, wenn neue Projekte und Ideen anstehen. Ebenso hole ich mir Rat und Expertise von Experten und, falls es sich ergibt, binde ich immer alle ein.

Wieviel Markt verträgt die Kunst?

Der Kunstmarkt heute ist gefüllt von Kunst. Es gibt zig Biennalen alle paar Tage, sodass man sich wirklich nicht mehr auskennt. Der Kunstmarkt kann sich nicht selbst regulieren, da müssen neue Konzepte her, in der alle Künstler davon profitieren und nicht nur „the less than 1% from the top“. Der Markt ist ein Spiegel der Gesellschaft, wie ungleich verteilt gewisse Dinge sind und was drunter leidet, ist die Kunst.

Und wieviel Markt verträgt die Kunst?

Der Markt ist sehr klein, es gibt sehr viele Künstler, die daran teilhaben möchten. Früher habe ich nicht anders gedacht. Doch die Kunst ist im Wandel und zwingt den Markt sich zu ändern. Als Künstler denke ich jetzt, dass es was anderes gibt, außer den „einen“ Markt.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für Essen. Ohne Essen kann ich nicht arbeiten und daher keine Kunst produzieren.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

So sehr ich es auch wünschte, ich kann leider meine Zukunft nicht voraussagen. Aber eines weiß ich. Ich möchte in der Kunst bleiben, auch wenn es hart und schwierig sein wird, ich werde weiter versuchen Kunst zu machen. Ich weiß, hört sich total kitschig an, aber Kunst ist das Einzige, das ich kann.

Haben Sie einen Plan B?

Falls es wirklich hart auf hart kommt, und ich nicht mehr weiter weiß, kann ich immer noch als Photograph für Passphotos arbeiten oder ein Restaurant aufmachen. Ich hab eigentlich ziemlich viele Möglichkeiten, aber es sind hauptsächlich Nebensächlichkeiten, falls es mit der Kunst nichts wird.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

In einer Diskussion mit ein paar Leuten, über den Nahost-Konflikt. Ich sagte, ich unterstütze keine Politik die Andere unterdrücken und bin gegen die Okkupation des Westjordanlands. Ein anderes Mal habe ich leider die Beherrschung verloren (habe ich sehr sehr selten), als mich jemand während des Lockdowns angeredet hat und gemeint hat - wegen mir hätten wir jetzt das Coronavirus. Nachher bin ich etwas unangenehm aufgefallen, weil ich im Supermarkt zu laut wurde.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich versuche mit meiner Kunst in kleinen Schritten etwas zu verändern und zu bewirken, da die ganze Welt zu verändern unmöglich ist. Aber ich glaube, dass Kunst es ermöglichen kann.