Juliana Lindenhofer

CÄCILIA BROWN

Juliana Lindenhofer, Bildende Kunst

Juliana Lindenhofer, geboren 1987 in Graz, studiert Skulptur und Raumstrategien an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie arbeitet bildhauerisch und als DJ, wobei sich die beiden Bereiche gegenseitig beeinflussen.

Was ist Kunst?

Wenn man E-Gitarre spielen darf, ohne es zu können. „It’s always great, and never too late“ sagte mir die Sängerin Peaches einmal in einem Interview. Für mich ist es die befriedigendste und anstrengendste Beschäftigung zugleich.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Das war als ich schon zwei Jahre an der Akademie studiert habe und sich eine Professorin das Modell für meine erste Skulptur angesehen hat. Sie meinte: „Good luck with that“. Schließlich habe ich die Skulptur geschweißt, lackiert, installiert und die Assistenzprofessorin sagte: „That is some funky shit.“

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Meine Kunst kommt von wollen. Ein Beruf, den ich mir ausgesucht habe, als ich mit Mitte Zwanzig entdeckt habe, dass es ihn gibt. Kunst gibt mir die Möglichkeit, mein eigenes Begehren zu füttern. Außerdem bin ich in der Kunst nicht verpflichtet, die Wahrheit zu sagen und werde trotzdem ernst genommen.

Wo würden Sie am liebsten ausstellen?

Gerne im Zentrum, mit vielen weißen Wänden.

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Ich arbeite sehr gerne mit Maruša Sagadin zusammen. Und mit meinen Kolleginnen Anne Schmidt, Hanna Kucera und Jackie Grassmann.

Wie viel Kunst verträgt der Markt?

Ich finde, man kann sich dafür immer orientieren am aktuellen Quadratmeter-Preis für Immobilien am Wörthersee.

Und wieviel Markt verträgt die Kunst?

Genau soviel, wie er SpaceX Fabriken und Garagen für Marsraketen verträgt.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Ich habe schon öfter mein letztes Geld ausgegeben. Aktuell für ein Luxus-Fitness-Abo.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Irgendwo zwischen Biennale-Beitrag vorbereiten und einen großen Eisbecher essen.

Haben Sie einen Plan B?

Mein Plan B widmet sich dem Plan A. Mein Plan C ist eine offene Metall-Werkstatt, mein Plan D eine Fahrschule ohne übergriffige Lehrer, gleich auch für LKW. Und mein Plan E, doch noch Feuerwehrfrau zu werden.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Bei meiner letzten Gehaltsverhandlung. Ist aber gut ausgegangen.

Wollen Sie die Welt verändern?

Nein, ich möchte mir nicht zuviel aufhalsen.