Felix Brandauer

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Ö1 Talentebörse

Felix Brandauer, Steirische Harmonika

In Kooperation mit den österreichischen Kunstuniversitäten holt Ö1 junge Künstlertalente Österreichs vor den Vorhang. Aufgewachsen in Koppl bei Salzburg wurde bei dem 22-jährigen Musiker Felix Brandauer schon früh eine Neugierde für Musik geweckt. Mit fünf Jahren begann er, die Steirische Harmonika zu lernen, später kam dann mit sieben Jahren das Klavier hinzu und in seiner Gymnasiumszeit auch der Kontrabass (ab 12 Jahren) und die Orgel (ab 15 Jahren).

Was ist Kunst?

So kitschig es auch klingen mag, Kunst ist für mich etwas Lebensnotwendiges. Sie macht die Welt bunt, spannend, vielfältig, vielschichtig und unheimlich interessant. Kunst ist zudem etwas höchst Persönliches, sie kann in jeder Lebenslage, in jedem Moment und in jeder Form passieren. Die Frage ist nur, wann und wo nehmen wir sie wahr?

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Als Kind war meine Faszination für die Welt schon immer spürbar. Obwohl ich mich bei Konzertbesuchen auch gerne mal mehr für die installierte Veranstaltungstechnik und für Scheinwerfer und Lautsprecherboxen interessierte, nahm ich Kunst und Musik aufmerksam wahr. Auch beim Lego-Bauen sang ich meine spontanen Melodien vor mich hin, ging den Drang des Musikmachens nach und unterhielt mich damit selbst.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Kunst ist so vielseitig und kann in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen vorkommen. Also wird’s wohl von einem starken Willen und einem tiefen Bedürfnis – einem Müssen – kommen…

Wo würden Sie am liebsten auftreten?

Träume gibt es hierbei viele. Zum Beispiel faszinieren mich Konzerte in skurrilen, unkonventionellen Settings wie dem Zug, einer Skigondel, dem Wald, auf dem Berg oder in einer Werkstatt. Ganz bescheiden: ein eigenes Tiny Desk Concert wäre auch noch ein kleiner Traum…

Mit wem würden Sie gerne zusammenarbeiten?

Mit Menschen, die eine tief verankerte Begeisterung mitbringen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Um anderen Menschen eine Freude und Hoffnung zu machen. Also vielleicht, um Menschen in Hungersnot noch ein Essen zu kaufen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

In einem kreativen Umfeld. Idealerweise bei der Arbeit von spannenden Kunstprojekten. Sei es im Tonstudio, auf der Bühne, oder in der Veranstaltungsentwicklung. Ich würde gerne etwas zur Kunstszene beitragen.

Haben Sie einen Plan B?

Wenn ich irgendwie kann, möchte ich mich mit Kunst beschäftigen. Sei es eine Form von Musik, Fotografie, Film-Produktion, Tontechnik, Lichttechnik, oder als Kurator oder Veranstalter tätig zu sein: Ein Beruf kreativer Ausdrucksmöglichkeiten wäre ein Traum.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Als ich letztens den Terminkalender wieder etwas zu sportlich plante, musste ich mich für einen weiteren Termin noch während einer laufenden Uni-Vorlesung auf den Weg machen. Da ich den Inhalt jedoch nicht verpassen wollte, nahm ich online teil, setzte mir Kopfhörer auf und steckte das Handy in die Hosentasche. Als ich dann unterwegs zufällig eine Freundin traf, nahm ich die Ohrenstöpsel aus dem Ohr, führte eine nette Unterhaltung und realisierte erst später, dass ich die Nachmittagsplauderei in voller Lautstärke in den gefüllten Universitätshörsaal übertrug.

Wollen Sie die Welt verändern?

Kurz gesagt: Ja. Ich verspüre ein tiefes Bedürfnis, etwas Sinnvolles zur Welt beizutragen. Ich möchte Menschen begeistern, inspirieren und Hoffnung geben. Ich bin davon überzeugt, dass kleine Gesten eine große Auswirkung haben können, und ich möchte mich immer wieder bemühen neugierig zu bleiben, mich für die Freiheit der Kunst einzusetzen sowie zusammenführend und mit einer Sehnsucht nach Frieden zu agieren. Ich bin zudem wahnsinnig dankbar, von so vielen spannenden, offen denkenden Personen umgeben zu sein, welche für mich immer wieder als Vorbilder wirken.

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