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ORF/JOSEPH SCHIMMER

Doublecheck | 07 05 2026

Eine doppelte Weichenstellung

ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher sieht sich als Weichenstellerin: Skandale und Problemfälle aufarbeiten - und den ORF für den politischen Reform-Prozess im Herbst gut positionieren. Ob Thurnher auch die nächsten fünf Jahre an der Spitze des ORF stehen wird, ist offen. Doch jede ORF-Chefin und jeder ORF-Chef wird in die Pflicht genommen werden, wenn es um die Absicherung des Medienstandorts insgesamt geht. Einen wichtigen Beitrag dazu soll auch die Reform der Medienförderung leisten, sie soll überholte Strukturen überwinden. Neu gegründete digitale Medien sehen jetzt ihre Zeit gekommen und organisieren sich.

Die Ausschreibung des ORF-Chefpostens für die nächsten fünf Jahre läuft, am 11. Juni soll die oder der Bestgeeignete von den 35 Stiftungsräten mit einfacher Mehrheit bestellt werden. Die Regeln für das Verfahren sind neu, die Entscheidung soll - wie es das Europäische Medienfreiheitsgesetz fordert - transparent und nachvollziehbar sein. Doch es gibt Zweifel, dass es so laufen wird. Indizien deuten darauf hin, dass es wieder Absprachen zwischen den schwarzen und roten Freundeskreisen im ORF-Stiftungsrat gibt, die zusammen locker die Mehrheit haben. #doublecheck ist dem nachgegangen.

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Versteckspiel um die ORF-Reform

Solange es keine substanzielle Reform der ORF-Gremien gibt, wird es auch nicht gelingen, den parteipolitischen Einfluss auf das öffentlich-rechtliche Medienhaus zurückzudrängen. Da sind sich die ORF-Redaktionen - die mit einer Protestaktion erfolgreich auf ihre Anliegen aufmerksam machen - und alle Expertinnen und Experten einig. Beschließen können das freilich nur die Parteien, und die haben nicht alle ein großes Interesse daran, ihren Zugriff auf den ORF zu kappen. Beim Zukunftsforum, das der Medienminister für den 10. und 11. September angesetzt hat, wird einmal mehr diskutiert. Die Gremienreform steht auf der Agenda, vager Kommentar der ÖVP dazu: Es gebe keine Denkverbote.

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Medien-Start-ups organisieren sich

Investigativer Journalismus, spannend erzählt: Der Podcast "Kniefall" über die Radikalisierung von Ex-Außenministerin Karin Kneissl war ein voller Erfolg. Medienförderung hat es für das Projekt trotzdem nicht gegeben. Ein Paradebeispiel dafür, wie wenig treffsicher die bestehenden Journalismus-Förderungen sind. Jetzt soll das ganze System auf den Kopf gestellt werden. Journalismus-Forscher Andy Kaltenbrunner hat Medienminister Babler seine Vision für eine transparente und moderne Medienförderung präsentiert, wie viel davon umgesetzt wird, ist offen. Und in der Frage, wer künftig wie viel Fördergeld bekommt, da will jetzt auch ein neuer Verband mitreden: die Digitale Allianz.

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