Foto: Monika Helfer (Archivbild 2021)

APA/dpa POOL/Sebastian Gollnow

1947 - 2026

Schriftstellerin Monika Helfer verstorben

Die Schriftstellerin Monika Helfer ist tot. Die Autorin starb am Sonntag im Alter von 78 Jahren nach einem Unfall. Seit 1977 veröffentlichte die Vorarlbergerin Romane, Theaterstücke, Kinderbücher, Hörspiele und Erzählungen, mehrere davon zusammen mit ihrem Ehemann Michael Köhlmeier. International bekannt wurde die Autorin mit ihrer autofiktionalen Familiengeschichte, allen voran "Die Bagage" über ihre Großmutter.

Gestaltung: Judith Hoffmann

Trauer und tiefe Betroffenheit herrschen seit gestern über Monika Helfers Tod. Aber auch große Bewunderung für die schlichte, schnörkellose Schönheit ihrer literarischen Texte. Ohne ein Wort zu viel schuf sie bleibende Figuren und Bilder. Sie selbst charakterisierte sich einmal in einem Ö1 Interview als jemand, die nach genauer Beobachtung alles Unnötige weglassen könne. Sie wollte so bescheiden mit ihren Worten umgehen, wie möglich, weil dadurch alles schärfer werde, so Helfer.

Fürsprecherin der Außenseiter

In dieser knappen, präzisen Sprache war sie über Jahrzehnte eine literarische Fürsprecherin der Außenseiter und Unterprivilegierten, besonders der Kinder. Wohl auch wegen ihrer eigenen Familiengeschichte. "Meine Leute, also die Bagage waren immer Außenseiter. Und das ist sicher der Grund, warum mich diese Leute besonders interessieren", so Helfer.

Später Durchbruch

1947 geboren, wuchs Monika Helfer mit drei Geschwistern in einer literaturbegeisterten Familie auf. Der große Durchbruch gelang spät, dafür fulminant. Mit ihrer Familientrilogie "Die Bagage", "Vati" und "Löwenherz" begeisterte Monika Helfer ab 2020 Kritik und Publikum, gewann internationale Preise und verlor dennoch nicht ihre unverwechselbare Bescheidenheit.

Interview auf der Bühne

Monika Helfer (3.v.l.) hier mit Dörte Lyssewski, Doris Glaser und Elisabeth Weilenmann im Rahmen der Ö1 Hörspielgala 2025. Das Hörspiel "Die Bagage" wurde damals mit dem Ö1 Hörspiel-Publikumspreis ausgezeichnet.

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Ich habe so viel geschrieben in meinem Leben und bin alt geworden darüber. Und jetzt hat es mal funktioniert, was mich unglaublich freut.

Den Unfalltod ihrer Tochter Paula Köhlmeier 2003 hatte ebenso literarisch verarbeitet, wie den frühen Tod ihrer Mutter, nachdem sie als elfjähriges Mädchen bei Verwandten unterkam. "Aus einem großzügigen Haus sind wir in eine winzige Wohnung gekommen, und plötzlich ist man nichts mehr wert. Das ist schon beklemmend", erinnerte sich Helfer.

In Romanen, Theaterstücken, Hörspielen, Erzählungen und zuletzt dem Gedichtband "Bitte schick mir eine Droge" offenbarte sich Helfers großes Gespür für das Besondere in den kleinen Momenten und den zwischenmenschlichen Begegnungen.

Jeder Mensch hat seine Eigenheit. Das finde ich so spannend. Wenn man sie lang genug anschaut, wie sie sich die Haare aus der Stirn streichen oder wie sie sich die Schuhe binden. Das sind winzige Dinge, und die sind aber beim Schreiben wichtig.

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