Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Wie lässt sich der Anstieg des Meeresspiegels prognostizieren
2. Gestresste Primaten
3. Haie als "Modellorganismen" der Wirbeltierevolution
4. Warum nehmen Hai-Attacken zu

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Wie lässt sich der Anstieg des Meeresspiegels prognostizieren

Eine der größten Gefahren der Klimaerwärmung ist der Anstieg des Meeresspiegels. Berechnungen zeigen, dass er ungefähr drei Millimeter pro Jahr beträgt. Verantwortlich dafür sind zu einem Gutteil die schmelzenden Gletscher des Grönlandeises und der Antarktis. Wie die Entwicklung dort weitergehen wird, ist aber ungewiss. Es gibt zu viele Unbekannte. Detaillierte Untersuchungen in den Polarregionen sind nicht möglich. Weiterhelfen können Forschungsergebnisse am Vernagtferner, einem kleinen Gletscher in den Ötztaler Alpen, der inzwischen weltweit eine Art Referenzgletscher ist. Kaum ein Flecken Eis ist je derart aufwändig vermessen, kartographiert und dokumentiert worden. Neue Forschungen zum Anstieg des Meeresspiegels hat der Geophysiker und Glaziologe Heinz Miller vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung letzte Woche bei einem Symposium über Gletscherforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München vorgestellt. Mit Heinz Miller, Geophysiker und Glaziologe, Universität Bremen und Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Autorin: Maria Mayer.

2. Gestresste Primaten

Was Schimpansen als Forschungstiere so interessant gemacht hat, ist die nahe Verwandtschaft und die vielen Ähnlichkeiten mit den Menschen. In der Komplexität des Verhaltens und auch der Psyche. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass die nächsten Verwandten des Menschen leiden wie diese. An Depression, Angstzuständen, post -traumatischem Stress. Besonders traumatisierte Tiere müssen so therapiert werden, wie man es bei Menschen mit schweren psychischen Störungen auch machen würde. Mit Victoria Wobber, Harvard University; Martin Brüne, Forschungsstelle für kognitive Neuropsychiatrie an der Universität Bochum; Neal Barnard "Physicians Committee for Responsible Medicine" in Washington, Autorin: Madeleine Amberger.

3. Haie als "Modellorganismen" der Wirbeltierevolution

Haifische haben im Allgemeinen ein äußerst schlechtes Image: Groß, kalt, gar nicht herzig, geschweige denn kuschelig - und gefährlich gefräßig. - Hollywoodfilme wie "Der weiße Hai" haben diese Vorstellungen vom "Killer der Meere" noch zusätzlich befördert. Dass Haie unentbehrlich für das maritime Ökosystem sind, wird dabei völlig übersehen. Außerdem sind diese Tiere sehr interessante Studienobjekte für die Erforschung der Evolution der Wirbeltiere. Mit Jürgen Kriwet, Professor für Paläobiologie und Leiter des Instituts für Paläontologie an der Universität Wien. Autorin: Sabrina Adlbrecht.

4. Kommunizierende Röhren: Der Anstieg von Hai-Attacken hängt vom Menschen ab

Jedes Jahr veröffentlich die Universität von Florida das International Shark Attack File - eine Art Bilanz der Hai-Attacken weltweit der vorausgegangenen zwölf Monaten.
Für 2012 verheißt diese Auswertung nichts Gutes, speziell für Amerika: Noch nie gab es in den Gewässern der Vereinigten Staaten so viele Angriffe von Haien auf Menschen wie im letzten Jahr. Die Hälfte aller Attacken entfallen auf den Sonnen- und Urlauberstaat Florida ganz im Süden der USA. Worin ist dieser Anstieg begründet ist? Mit George H. Burgess, Curator, International Shark Attack File, Florida Museum of Natural History/University of Florida, Gainesville; Robert Hueter, Director of the Center for Shark Research, Mote Marine Laboratory, Sarasota, FL. Autor: Guido Meyer.


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