Conchita Wurst

APA/GEORG HOCHMUTH

Wochenserie: "5 x Sex": Freiheit oder neue Zwänge?

Die neosexuelle Revolution und ihre Folgen

Nackte Haut auf einem Werbeplakat regt niemanden mehr wirklich auf. Schwule Pärchen, die eine offene Beziehung führen oder Ehepaare, die regelmäßig in den Swingerclub gehen, sorgen nicht mehr für Stirnrunzeln. Wesentlich problematischer wird es, wenn Menschen nicht den stereotypen Erwartungen an ihre Geschlechterrollen entsprechen, wenn sie nicht genderkonform sind. Frauen, die sich "maskulin" geben oder Männer die "typisch" weibliche Interessen haben, werden abgewertet, wobei es wesentlich kritischer ist, sich als Mann "feminin" zu geben als umgekehrt.

Diese Wahrnehmung hängt mit der historisch tradierten Vorstellung von Geschlecht zusammen und die ist binär codiert. Geschlecht gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Stark, durchsetzungskräftig, aggressiv bzw. männlich und sanft, sozial und weinerlich bzw. weiblich. Und im gesellschaftlich normierten Idealfall ziehen sich diese Gegensätze an. Wie geht es Menschen, die sich in dieses zweipolige System nicht einordnen wollen? Was sagen Beziehungsmodelle über Geschlechtergerechtigkeit in unserer Gesellschaft aus? Und wer hat trotz aller Freiheiten noch mit dem Stigma "pervers" zu kämpfen?

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