Auslage eines Antiquariats

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Bilder, Bücher, Räume

Eine Landkarte der Empfindungen

An diesem Kunstsonntag betrachten wir Bilder, sinnieren über literarische Texte, betreten überfüllte und leere Räume - und erfahren dadurch etwas über uns selbst. Passende Musik dazu gibt's auch, beispielsweise die ideenreich-witzigen Lieder des Trios Sterzinger 3 gleich zu Beginn in der Radiosession. Stefan Sterzinger, Edi Köhldorfer und Franz Schaden beschreiben ihre Musik so: Sie klingt, als würden Arnold Schönberg und Alban Berg zum Heurigen gehen.

Die Tonspuren widmen sich heute einem ganz Großen der Weltliteratur: Giorgio Bassani, der Autor aus Ferrara, dem ehemaligen Zentrum des italienischen Judentums. Ohne diese Stadt in der östlichen Poebene wäre Bassanis Literatur eigentlich nicht denkbar, seine Geschichten atmen förmlich diese Stadt - und das Umgekehrte stimmt wohl auch: Der Geist Bassanis ist in seiner Heimatstadt immer noch präsent, es steckt ein Hauch von Literatur in diesen alten Gemäuern. Eine Spurensuche aus Ferrara ab Viertel nach 8.

In den Milestones steht heute eine Neuinterpretation von Gershwins Klassiker "Porgy & Bess" auf dem Programm. Oscar Peterson setzt sich ans Clavichord und wird bei seinem Spiel auf diesem fragilen Tasteninstrument von Joe Pass an der Gitarre begleitet. Das ergibt einen Sound, so schwerelos und gefühlvoll, dass man erst Worte erfinden muss, um das Gehörte adäquat zu beschreiben.

Um 20 vor 10 stehen wie gewohnt die Neuen Texte auf dem Programm, Gabriele Bösch ließ sich für Ihren Text von einem Kunstwerk ihres Mannes Gernot Bösch inspirieren. Sie unternimmt eine Reise nach Rom und entfaltet dort, in der Fremde, eine Landkarte ihrer eigenen Beziehung.

Die Jet Lag All Stars gehen heute ins im Museum. Dort treffen sie auf den Museumswärter Irrsigler aus dem Roman "Alte Meister", klären auf, wo Thomas Bernhard - mit der ihm zustehenden künstlerischen Freiheit - ein bisschen gemogelt hat; vertiefen sich in das Bild "Susanna im Bade" - und stoßen auf ein Kunstwerk, das den Namen "Weltmaschine" trägt. Soweit alles gut. Nur der Audioguide im Museum entwickelt einen gewissen Eigensinn.

Zoom-In führt uns heute in die Gedankenwelt eines nicht mehr ganz jungen Action-Stars. Sylvester Stallone spricht kurz vor 11 über seinen Karrierebeginn, seine Schreibängste und seine Definition von Erfolg. Anlass der Innenschau: der soeben in Österreich angelaufene Film "Rambo: Last Blood".

Um 11 Uhr schaltet der Kunstsonntag live ins Studio RP4 im Wiener Funkhaus, da übertragen nämlich die Kolleginnen vom Kunstradio das Festival PHONOfemme 2019. Musik und Kunst von Frauen - die heurige Ausgabe des Festivals befasst sich mit dem Thema "Disembodied Spaces", also mit Räumen ohne körperliche Anwesenheit.

Gestaltung: Robert Czepel

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