Christoph Schlingensief

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Zum 60. Geburtstag von Christoph Schlingensief

Ein "Kulturjournal spezial" von Benno Feichter und Christine Scheucher zum 60. Geburtstag von Christoph Schlingensief.

Beiträge

  • Schlingensiefs filmisches Werk

    Am 24. Oktober 1960 wird Christoph Schlingensief in Oberhausen geboren, in jener Stadt also, in der die Autorenfilmer des Neuen Deutschen Films 1962 ihr berühmtes „Oberhausener Manifest“ formulierten. Bereits als Zwölfjähriger experimentiert er mit Schmalfilmen. Als Assistent des deutschen Undergroundfilmers Werner Nekes dreht er erste Kurzfilme. Auch wenn Schlingensief in Bayreuth und am Burgtheater inszenieren und am Ende seines Lebens sogar in der hermetischen Welt der zeitgenössischen Kunst Fuß fassen wird, sagt er 2006 im Gespräch mit Alexander Kluge: „In erster Linie bin ich Filmemacher“. Diese Fährte nimmt die diesjährige Viennale auf. Sie widmet Christoph Schlingensiefs filmischem Oeuvre eine Retrospektive. Benno Feichter hat mit dem Kurator der Schau, Claus Philip, gesprochen und schlägt eine Schneise durch das ausufernde filmische Werk des Aktionskünstlers.

  • Schlingensiefs Containeraktion

    Im Undergroundfilm verdient sich Schlingensief seine ersten Sporen und macht, was er am besten kann: Er polarisiert. 1993 holt ihn Matthias Lilienthal, damals Chefdramaturg, an die Berliner Volksbühne. Doch auch die Theaterbühne wird Christoph Schlingensief bald zu eng. Er will Kunst hervorbringen, die mitten im Leben verankert ist. Zu seinen wichtigsten Arbeiten im öffentlichen Raum zählt die Aktion „Bitte liebt Österreich!“. Sie fand im Jahr 2000 in Wien statt und zeigt: Wenn Kunst und Leben ineinanderfließen, ist die Erregung zuweilen groß.

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