Paul Celan

Paul Celan - BILD ARCHIV AUSTRIA

Engführung

Zum 100. Geburtstag von Paul Celan
Von Nikolaus Halmer

"Es kommen kahle Zeiten, ich muss täglich in meine Abgründe hinab", notierte Celan 1969. Mit Abgründen waren seine traumatischen Erfahrungen während der Nazi-Herrschaft gemeint. Celans jüdischen Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet, er selbst musste Zwangsarbeit im Straßenbau leisten. Seine Gedichte legen in verschlüsselter Form Zeugnis davon ab. Er habe nie eine Zeile gedichtet, die nichts mit seiner Existenz zu tun gehabt hätte, bekannte Celan. - "Engführung" ist für sein Leben und Werk charakteristisch: Biographisch bedeutet sie die völlige Vereinsamung in Paris, die mit dem Selbstmord endet; literarisch die Suche nach einer neuen Sprachwirklichkeit, in der eine Destruktion der herkömmlichen dichterischen Verfahren vorgenommen wird. Wesentlich dabei ist die Reduktion.

Service

LITERATUR:

Paul Celan: Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe, herausgegeben von Barbara Wiedemann, suhrkamp taschenbuch 5105,

Paul Celan: "etwas ganz und ganz Persönliches". Briefe 1934 - 1970, herausgegeben von Barbara Wiedemann, Suhrkamp


SEKUNDÄRLITERATUR:

Jean Bollack: Paul Celan. Poetik der Fremdheit. Übersetzer Werner Wögerbauer, Zsolnay

Martin A. Hainz: Masken der Mehrdeutigkeit. Celan-Lektüren mit Adorno, Szondi und Derrida. Braumüller

Martin A. Hainz: Paul Celan. Fadensonnen, -schein und -kreuz.
Dr. Kova? Verlag

Hamacher, Werner: Keinmaleins. Texte zu Celan, Vittorio Klostermann

Winfried Menninghaus: Paul Celan. Magie der Form, Suhrkamp

Klaus Reichert: Paul Celan. Erinnerungen und Briefe, Suhrkamp

Petro Rychlo (Herausgeber): Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan, Suhrkamp

Peter Szondi: Celan-Studien, Suhrkamp

Sendereihe

Gestaltung

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