Ältere Frau geht schwungvoll spazieren

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Radiodoktor - Medizin und Gesundheit

Hormontango und Hitzewallungen

Reden wir (endlich) über die Wechseljahre!


Rund um den 50. Geburtstag ist es bei den meisten Frauen soweit: Sie kommen in den Wechsel, medizinisch korrekt Menopause.

"Wechseljahre" statt "Menopause"?
"Es ist ein echter Übergang - am Ende bin ich eine andere", sagt Harriet Vrana, Psychotherapeutin bei FEM. Sie spricht lieber von "Wechseljahren" als von "Menopause" und bezeichnet diese Zeit im Leben jeder Frau, also etwa der Hälfte der Weltbevölkerung, als ein viel zu wenig reflektiertes Phänomen.

Hormone verändern sich
Denn etwa ab Mitte vierzig beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen, allmählich verändert sich das Zusammenspiel der Hormone. Der weibliche Körper produziert weniger Östrogene (vor allem Estradiol) Androgene (männliche Geschlechtshormone) und Gelbkörperhormone.
Eine der Folgen ist, dass die monatlichen Blutungen unregelmäßig werden und schließlich ganz ausbleiben. Die letzte Regelblutung wird "Menopause" genannt. Das ist irreführend, denn von "Pause" ist keine Rede: Es ist ein Schlusspunkt.

Physische und psychische Beschwerden
Einerseits: Keine Gedanken mehr an Verhütung und keine Menstruationsbeschwerden mehr. Andrerseits: Die hormonelle Umstellung kann Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Trockenheit der Schleimhäute und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auslösen. Acht von zehn Frauen haben in den Wechseljahren Beschwerden - etwa ein Drittel hat schwere Symptome, die die Lebensqualität und die Funktionsfähigkeit im Beruf und Alltag stark einschränken.
Neben physischen kommt es aber auch zu psychischen Phänomenen mit erhöhter Stimmungslabilität und Reizbarkeit, Nervosität und depressiver Verstimmung. Auch schwere Depressionen und sogar Psychosen können in dieser Zeit vermehrt auftreten.

Eine Zeit körperlicher und sozialer Veränderungen
Denn auch auf sozialer Ebene kommt es bei Frauen um die 50 zu großen Veränderungen. Die "Midlife-Crisis" fällt zeitlich ziemlich exakt mit dem Beginn der Wechseljahre zusammen. Nicht wenige Frauen haben nun das Gefühl, zum alten Eisen zu gehören, nicht mehr gebraucht zu werden, immer unweiblicher und weniger attraktiv zu werden. Eine schwierige Zeit also. Doch muss das ausnahmslos so sein? Müssen Frauen da durch oder gibt es Abhilfe?

Was frau tun kann
"Es ist auch eine Leistung, diesen Übergang zu schaffen!", sagt die Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals in Wien, Barbara Maier. Viele der physischen Beschwerden seien behandelbar, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen essentiell und die psychische Grundeinstellung sei auch in diesem Lebensabschnitt besonders wichtig. "Jetzt haben wir ein paar Falten und keine Regel mehr - na und? Wir sind immer noch attraktiv", meint Barbara Maier und kämpft gegen das Vorurteil, "dass Frauen in der Postmenopause für nichts mehr zu gebrauchen seien".

Zeit der Verwandlung - mit oder ohne Hilfe
Lebensfreude und eine positive Lebensbilanz, aber auch die Selbstverständlichkeit, sich professionelle Hilfe bei physischen sowie psychischen Beschwerden zu holen, das sind neben den medizinischen Fakten jene Inhalte, die beiden Expertinnen den Hörer*innen vermitteln möchten.

Moderation: Univ.-Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos
Sendungsvorbereitung: Dr.in Mag.a Maria Harmer
Redaktion: Mag.a Nora Kirchschlager und Dr. Christoph Leprich

Reden auch Sie mit! Wir sind gespannt auf Ihre Fragen und Anregungen. Unsere Nummer: 0800/22 69 79, kostenlos aus ganz Österreich.

Befinden Sie sich bereits in den Wechseljahren? Wie erleben Sie diese Phase?

Haben Sie häufig beschriebene Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, .…?

Sind Sie dünnhäutiger als früher?

Würden Sie Hormone gegen Wechselbeschwerden einnehmen?

Verwenden Sie Hormon-Salben für kosmetische Zwecke?

Haben bei Ihnen Phytohormone gegen klimakterischen Beschwerden gewirkt?

Welche Maßnahmen haben in Ihrem Fall eine günstige Wirkung entfaltet?

Service

Studiogast im Funkhaus Wien:

Prim.a Univ.-Prof.in DDr.in Mag.a Barbara Maier
Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Klinik Ottakring
Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe
Montleartstraße 37
1160 Wien
Tel: +43 (0) 1 491 50-4708
E-Mail
Homepage

Am Telefon:

Mag.a Harriet Vrana MSc.
Beraterin im FEM
Psychotherapeutin
Klinik Floridsdorf
Brünner Straße 68/Ö3/Top 14
1210 Wien
Tel: + 43 1 27700-5600
E-Mail
FEM
Infos zu Mag.a Vrana

Weitere Anlaufstellen und Info-Links:

Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik in Gynäkologie und Geburtshilfe
FEM - Klinik Floridsdorf
Broschüre: Selbst ist die Frau - Wegweiser durch die Wechseljahre
Wechseljahre: Körperliche und hormonelle Veränderungen
Infos der "Frauenärzte im Netz"
Was sind Wechseljahrsbeschwerden?
Anzeichen für die Wechseljahre
Beschwerden durch Ernährung lindern

Bücher:

Ellen Cornely-Peeters, Ulrike Bremm, "Ach, Meno!: Eine Wechseljahre-Beraterin macht Mut",
Kiwi Verlag 2021

Anne Henderson, Anke Wellner-Kempf, "Wechseljahre - ganz natürlich: Wie Heilpflanzen, ausgewogene Ernährung und Bewegung durch die Wechseljahre helfen können", Penguin Random House 2021

Dr. med. Christiane Northrup, "Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte", Zabert Sandmann Verlag 2016

Sendereihe