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"Kultisch"

"Kultisch" - Wie sektenartig fanatische Gruppen kommunizieren

In unsicheren Zeiten haben sekten- oder kultartige Gruppierungen besonders großen Zulauf. Das war so am Ende des 19. Jahrhunderts, in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts - und das ist auch jetzt so. Neu ist, dass sprachliche Muster, die diese Gruppierungen verwenden, nicht zuletzt durch die Online-Kommunikationskultur ihren Weg auch in andere, weniger extreme Gesellschaftsbereiche gefunden haben. Diese These verfolgt das Buch "Cultish - The Language of Fanaticism" der US-amerikanischen Linguistin Amanda Montell. Ihrer Meinung nach geht das "Kultige" weit über (pseudo-) religiöse Gruppierungen hinaus, bis hinein in den Sport.

"Kultisch" sei eine Sprache wie Englisch. Sie habe bei den #girlboss-Influencerinnen auf Instagram genauso Fuß gefasst wie in Startups, wo oft Personenkulte um Gründer oder eine fragwürdige Firmenkultur im Mittelpunkt stehen. Und es geht Montell auch um das Phänomen "conspirituality": nämlich dass in (Online-) Gruppen wie QAnon oder Querdenken Spiritualität und Verschwörungstheorien für eine neue Kult-Anhängerschaft verschmolzen werden, wie Irmi Wutscher berichtet.

Service

Amanda Montell, "Cultish: The Language of Fanaticism", Harper Collins

Katharina Nocun und Pia Lamberty, "Gefährlicher Glaube - Die Gedankenwelt der radikalen Esoterik", Lübbe. Erscheint im Herbst 2022


"Sounds like a Cult" - Podcast von Amanda Montell und Isabela Medina-Maté

On Cults, Language, and Social Science - Talk mit Amanda Montell

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