Ambiente - von der Kunst des Reisens
Unterwegs in der Vulkaneifel
Ambiente Spezial:
Steingewordene Wunder - Eine Wanderung mit dem Geologen Aniello di Iorio in der Eifel im größten Vulkangebiet Mitteleuropas
17. Mai 2026, 10:05
Um ins Abenteuer Vulkane einzutauchen, braucht man gar nicht weit verreisen. In der deutschen Eifel befindet sich nämlich eine einzigartige Landschaft mit Maaren, Schlackenkegeln, Dome, Calderen und vielen sprudelnden Kohlesäurequellen. Feuer und Wasser haben die Vulkaneifel geprägt und formen sie heute noch. Wenige Regionen ermöglichen einen vergleichbaren Einblick in ihr Werden und Verändern wie das Naturerbe Vulkaneifel, die auch beliebtes Wandergebiet ist. Die deutsche vulkanologische Gesellschaft mit Sitz in Mendig regte die Schaffung eines Vulkanparks und die Vermittlung dieser Schatzkammer der Erde an.
Während seines Studiums führten den aus Ischia stammenden Geologe Aniello di Iorio häufig Forschungsprojekte in die Gegend rund um den Laacher See. Dieser war nach der letzten Eruption des Laacher Vulkans vor etwa 13.000 Jahren in dessen Caldera entstanden. Der damalige Ausbruch war deutlich größer als der historische Vesuvausbruch oder der des Mt. St. Helens und veränderte die Landschaft grundlegend. An seinem Ufer befindet sich das Benediktiner Kloster Abtei Maria Laach, der perfekte Ausgangspunkt für die geologischen Wanderungen, die Aniello di Iorio seit einiger Zeit mit interessierten Laien rund um den See unternimmt - u.a. zu Mofetten am Seeufer und zur berühmten Wingertsbergwand, an der man heute noch die unterschiedlichen Phasen des größten Vulkanausbruchs aller Zeiten in Europa, ablesen kann.
Einzigartig auf der Welt sind auch die historischen Felsenkeller, die im Lauf der Zeit von Menschenhand z.B. im Ort Mendig geschaffen wurden. In etwa 32 Metern Tiefe baute man im 19 Jahrhundert unter der Ortschaft auf einer Fläche von beinah 3 Quadratkilometern Basalt ab, der durch einen unterirdischen Lavastrom gespeist worden war. Eine Vielzahl von Schächten und Stollen durchziehen den Untergrund und wurden lange Zeit aufgrund ihrer gleichbleibenden Temperatur von sechs bis neun Grad als Felsenkeller für die Lagerung von Bier verwendet. Immerhin gab es einst allein in Mendig 28 Brauereien. Das Kellerlabyrinth kann im Rahmen von Führungen besucht werden.
Im Lava-Dome, einem modernen multimedialen Museum in Mendig, wird neben interaktiven Versuchs- und Experimentierstationen auch mit einer spektakulären computeranimierten Show die Geschichte der Vulkanausbrüche für Groß & Klein anschaulich vermittelt.
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