Europäische Konten Ben Alis eingefroren

Proteste in Tunesien fordern wieder vier Tote

Drei Wochen nach dem Sturz des tunesischen Diktators Ben Ali bleibt die Lage in Tunesien angespannt. Gestern wurden vier Menschen bei einer Demonstration erschossen. Oppositionspolitiker sagen, sie würden in den politischen Transformationsprozess nicht mit einbezogen.

Mittagsjournal, 06.02.2011

Polizei schlägt Demonstrantin

Es war der blutigste Zwischenfall seit dem Sturz des tunesischen Diktators Ben Ali. Rund 1.000 Demonstranten griffen die Polizeistation der Stadt Kef an. Angeblich, weil Polizisten zuvor eine Demonstrantin geschlagen hatten. Als die Polizei das Feuer auf die aufgebrachte Menschenmenge eröffnete wurden vier Menschen getötet, 17 verletzt. Der Polizeichef der tunesischen Stadt wurde daraufhin verhaftet.

Opposition nicht in politischen Prozess integriert

"Wir sind den Diktator zwar losgeworden, doch die Diktatur noch nicht.", sagt der Oppositionspolitiker Moncef Marzouki, der sich vom Geheimdienst bedroht fühlt und wie andere Oppositionspolitiker beklagt, dass die Übergangsregierung ihn in den politischen Prozess nicht mit einbeziehe.

Neuwahlen vorbereitet

Die Übergangsregierung ist mit der Organisation von Neuwahlen beschäftigt. Viele Menschen in Tunesien zweifeln aber noch, ob die Übergangsregierung ein wahrhaftiges Interesse an einem Wandel in Tunesien hat

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