"An Taten messen"
Trübe Stimmung in der Koalition
Ein Streit jagt den anderen und nichts geht mehr - dieses Bild der Koalition dominiert derzeit, egal ob es um die Wehrpflicht, die Staatsholding ÖIAG oder die gemeinsame Obsorge geht. Es seien zuletzt oft zu scharfe Worte gefallen, sagt jetzt SPÖ-Regierungskoordinator, Staatssekretär Ostermayer zu den innerkoalitionären Streitigkeiten, die Regierung solle aber an ihren Taten gemessen werden.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 17.02.2011
Weit weg von Harmonie
Egal ob es um die Wehrpflicht geht, um die Staatsholding ÖIAG, die gemeinsame Obsorge oder um die Speicherung von Handy- und Internet-Daten. Von Einigkeit und Harmonie in der Koalition kann im Moment kaum die Rede sein. Dass das Bild, das die Regierung zur Zeit abgibt, von zahlreichen Debatten geprägt ist, räumt auch SPÖ-Regierungskoordinator Josef Ostermayer ein. Die Öffentlichkeit nehme medial wahr, dass viel diskutiert werde, das sei normal in einer Koalition. Die Wortwahl sei aber zuletzt zu scharf geworden, gesteht Ostermayer ein.
Ostermayer: Konstruktive Gespräche
Ob zumindest darüber innerkoalitonäre Einigkeit herrscht, war übrigens nicht zu eruieren, ÖVP-Regierungskoordinatorin Maria Fekter ist für ein Interview nicht zu erreichen gewesen. Ihr Regierungspendant Josef Ostermayer betont jedenfalls, dass es zur Zeit auch viele konstruktive Gespräche in der Koalition gebe, etwa über die Rot-Weiß-Rot-Card und das Gesetz gegen Lohndumping.
"Messen an Taten"
Diskussionen, so Ostermayer, würden öffentlich aber immer deutlich stärker wahr genommen, weil der Konflikt offenbar interessanter als Lösungen sei. Und außerdem sei es in einer Demokratie ganz normal, dass die Parteien ihre Positionen klar darlegen, so Ostermayer, wichtig sei aber, dass am Ende dabei sinnvolle Lösungen herauskommen, Und damit - also mit sinnvollen Lösungen - soll auch das Image der Regierung wieder korrigiert werden. "Messen Sie uns daran, ob wir nächste, übernächste Ergebnisse haben bei den Themen: Vorratsdatenspeicherung, Rot-Weiß-Rot-Card, Lohn- und Sozialdumping und beim Thema Sicherheitsstrategie". Und dann, hofft der SPÖ-Regierungskoordinator, werde auch wieder ein wenig Ruhe in die Koalition einkehren.
Morgenjournal, 17.02.2011
Die Regierungsparteien wären gut beraten, in den Jahren ohne Wahlen 2011 und 2012 möglichst fachkompetente Themen abzuhandeln und kein internes Hick-Hack der Öffentlichkeit zu zeigen: Der Politologe Peter Filzmaier im Gespräch mit Hubert Arnim Ellissen.
